Ist Lachen das neue Joggen?
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Ist Lachen das neue Joggen?

Experten sagen: Lachen ist für die Gesundheit ebenso wertvoll wie Joggen. Ein Grund mehr, mal wieder herzhaft zu lachen. Was steckt dahinter?

«Die positiven Wirkungen des Lachens muss man ernst nehmen», sagt Mediziner und Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Erfreulicherweise finde in den Gesundheitswissenschaften und der Psychologie ein Umdenken statt. Nicht mehr nur das, was Menschen krankmacht, stehe im Fokus. Es wird wichtiger, was sie gesund hält und vor seelischer Belastung schützt. Lachen gehört dazu. Kein Wunder, gibt es dazu einen eigenen, noch recht jungen Forschungszweig: Die Gelotologie beschäftigt sich seit den 1960er-Jahren damit, wie sich das Lachen auf Körper und Seele auswirkt und wie es therapeutisch eingesetzt werden kann.

«Nicht mehr nur das, was Menschen krankmacht, stehe im Fokus. Es wird wichtiger, was sie gesund hält.»

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augenzwinkernd und heiter zu betrachten, ihm etwas Positives abzugewinnen – trotz Niederlagen und Schicksalsschlägen. Solche humorbezogenen Ansätze können andere psychotherapeutische Verfahren sinnvoll ergänzen, heisst es bei HumorCare. Die Fachgesellschaft will die «wissenschaftlich orientierte Anwendung von Humor» in Beratung, Pflege und Therapie fördern und unterstützen. Und sich klar abgrenzen von unreflektierten Tendenzen. Denn Sarkasmus und Zynismus seien ebenso schädlich, wie jemanden lächerlich zu machen oder zu mobben.

Vorbeugend gegen Krankheiten

Humor ist ein Therapeutikum für Kranke und Pflegebedürftige. Lachen wirkt aber auch vorbeugend gegen Krankheiten. Wer es oft und ausgiebig tut, lebe statistisch betrachtet länger, sagt Lachforscher und Psychoanalytiker Michael Titze. Die Wirkungen im Körper seien frappant: Lachen senkt den Blutdruck, baut Stresshormone ab und regt die Verdauungsdrüsen an. Es soll laut einer amerikanischen Untersuchung zudem gut sein für die Immunabwehr. Dafür gibt es eine spezielle Übung: das Reflexlachen. Man atmet dafür tief und intensiv ein – und wieder aus, kurz und stossweise. Titze empfiehlt es ein- bis zweimal die Woche für jeweils fünfzehn bis dreissig Minuten. Am besten geht es in einer Gruppe unter Anleitung.

«Eine halbe Stunde herzhaftes Lachen am Stück hat die gleiche Wirkung wie zwanzig Kilometer joggen.»

Weiterer Effekt: Wir schütten schmerzlindernde und euphorisierende Endorphine aus. Die Hormone lassen sich sonst nur selten im Blut nachweisen, beispielsweise nach längerem Joggen. Eine halbe Stunde herzhaftes Lachen am Stück hat demnach die gleiche Wirkung wie zwanzig Kilometer joggen. Es sei wie «Joggen im Sitzen», pflegte Gelotologie-Gründer William Fry zu sagen. Was freilich nicht heissen soll, dass man auf das Joggen verzichten sollte.

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