Wie könnte die Prämie von Jugendlichen entlastet werden?

Prämien von 19- bis 25jährigen könnten durch eine Änderung des Risikoausgleichs entlastet werden. Das zeigt eine Studie des CSS Instituts für empirische Gesundheitsökonomie unter der Leitung von Professor Dr. Konstantin Beck.

Jugendliche zwischen 19 und 25 sind für die Krankenversicherer gute Risiken – sollte man meinen. Dabei wird meist vergessen, dass die Versicherungen für jede Person in dieser Altersklasse im Durchschnitt monatlich einen Risikoausgleich von CHF 180 bezahlen müssen, der den älteren Versicherten (ab 56) zugute kommt. Weil viele Versicherer Jugendrabatte gewähren, der Risikoausgleich sich aber an der vollen Erwachsenenprämie bemisst, wird diese Altersklasse für die Versicherungen einerseits unrentabel und deshalb unattraktiv. Andererseits zahlen 19- bis 25-Jährige letztlich gemessen an ihren Einkommen und den Leistungen, die sie beziehen, einen sehr hohen Solidaritätsbeitrag.

Weniger Prämien für Junge
Das CSS Institut hat in einer Studie untersucht, wie man Jugendliche prämienmässig entlasten könnte, ohne dass ältere Prämienzahlende übermässig mehr zu bezahlen hätten. Die Studie zeigt: Würde der Risikoausgleich bei den 19- bis 25-Jährigen um 50 Prozent (von CHF 180 auf CHF 90) gesenkt, würden deren Prämien um 21 Prozent (durchschnittlich CHF 48/Monat) sinken. Dies würde vor allem Familien mit Kindern zwischen 19 und 25 Jahren erheblich entlasten. Zudem könnte die Beanspruchung der Steuerzahler und Kantone dank einer Reduktion der individuellen Prämienverbilligung um bis zu CHF 180 Mio. pro Jahr verringert werden. Aufgefangen würde die Entlastung bei den Jugendlichen durch leicht höhere Prämien bei den Erwachsenen ab 26 Jahren. Hier müssten – bei gestaffelter Einführung über fünf Jahre – Prämienaufschläge von CHF 2.20 pro Monat verkraftet werden.

Die Studie ist abrufbar unter www.css-institut.ch.

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