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Steigende Prämien auf dem Land?

Der Bundesrat hat eine überarbeitete Verordnung in die Vernehmlassung geschickt, die die Prämienregionen neu einteilen will. Gemäss Berechnungen der CSS Versicherung hätte das für viele Versicherte einen Prämienanstieg zur Folge.

Steigende Prämien auf dem Land?

Im September 2016 hat der Bundesrat eine Vorlage für eine neue Einteilung der Prämienregionen in die Vernehmlassung gegeben. Neu sollen anstelle von Gemeinden Bezirke die Basis bilden, um die verschiedenen Prämien innerhalb eines Kantons zu berechnen. Heute werden Prämien auf der Basis von Gemeinden berechnet. In Landregionen, wo die Bevölkerung weniger medizinische Leistungen bezieht, fallen die Prämien deshalb tiefer aus als in städtischen Gebieten, wo die Gesundheitskosten höher sind.

Prämienanstieg?

Das sieht der Bundesrat anders. Seine Änderungen sollen zu einer besseren Verteilung der Kosten innerhalb einer Region führen. Man erhofft sich durch die Aufteilung in Bezirke statt Gemeinden ein ausgewogeneres System und eine bessere Verteilung der Prämienlast.
Berechnungen der CSS zeigen jedoch, dass dies für die Mehrheit der Versicherten teure Folgen hätte. Eine Neudefinition der Prämienregionen kann Aufschläge von bis zu 22 Prozent mit sich ziehen.

Beispiel aus Aarwangen

Die CSS wehrt sich gegen diese Änderungen, die unter anderem Familien in ländlichen Regionen benachteiligen würden. Deshalb hat sie eine Stellungnahme  beim Bundesrat eingereicht. Um die Argumente der CSS Versicherung zu illustrieren, wird im Brief an den Bund das Beispiel einer Familie in Aarwangen aufgezeigt. Gemäss Vorschlag des Bundesrats soll diese Berner Gemeinde von der Prämienregion 3 in die Region 1 umgeteilt werden. Dies würde zu einer Prämienerhöhung von 15,7 Prozent führen. Eine Prämienerhöhung ohne mehr Leistungen zu beziehen oder von höherer Qualität in der Versorgung zu profitieren – dagegen spricht sich die CSS Versicherung entschieden aus.

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2 Kommentare zu “Steigende Prämien auf dem Land?

  1. Ihren Einsatz in Ehren, ich kann auch die Sorgen der Betroffenen verstehen. Aber zum Einen beanspruchen die Menschen in ländlichen Gemeinden in nicht unerheblichem Masse die Infrastrukturen und Leistungen der Städte, zum Anderen zahle ich als Stadtmensch mit HMO ohne freien Zugang zu Spezialisten etc. bei Ihrer Krankenkasse monatlich FR. 500.-, für mich an der zahlbaren „Schall“grenze.

    1. Sehr geehrter Herr Frei
      Vielen Dank für Ihre Überlegungen und Gedanken. Die von Ihnen angesprochene Kostenwahrheit wird genau durch die heutigen Prämienregionen abgebildet. Die Prämienregionen, wie sie heute bestehen, bilden die Kosten derjenigen Personen ab, die in diesen Regionen leben. Die Kosten, die ein „Stadtbewohner“ oder ein „Landbewohner“ verursachen, werden in seinem Wohnort verrechnet. Sind die Kosten in der Stadt höher, liegt das heute daran, dass viele „Stadtbewohner“ mehr Leistungen beziehen – diese tragen Sie als „Stadtmensch“ solidarisch mit. Nutzt ein „Landbewohner“ die Infrastruktur in der Stadt, werden seine Kosten in seiner Region belastet – diese Kosten tragen Sie heute nicht mit. Eine Umgestaltung der Prämienregionen – weg von Gemeinden, hin zu Bezirken – würde der von Ihnen gewünschten Kostenwahrheit weniger entsprechen, als dies heute der Fall ist.
      Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weiterzuhelfen.
      Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an socialmedia.team@css.ch wenden.

      Freundliche Grüsse

      Judith Dissler

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