Steigende Gesundheitskosten: Was sind die Ursachen?
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Steigende Gesundheitskosten: Was sind die Ursachen?

Die Gesundheitskosten steigen jährlich an. Warum ist seit 20 Jahren kein Ende in Sicht?

Die Prämien in der obligatorischen Grundversicherung steigen jährlich, weil die Gesundheitskosten steigen, denn die Prämien sind nichts anderes als ein Spiegelbild der Kostenentwicklung. Schön und gut – doch was sind die Ursachen für das Kostenwachstum?

Lässt sich das Kostenwachstum verhindern?

Das Kostenwachstum hat zwei Seiten. Einerseits jenes Wachstum, das aufgrund der demografischen Entwicklung, dem medizinischen und technologischen Fortschritt und den Gesundheitstrends anfällt und grundsätzlich tragbar ist – denn gleichzeitig steigen auch die Teuerung und die Löhne. Und die andere, unerwünschte Seite: Jener Kostenanstieg, der aufgrund von Fehlanreizen hervorgerufen wird und in einer perfekten Welt zu vermeiden wäre.

Wer ist schuld am Kostenwachstum?

Die Schuld am Kostenwachstum wird oft rumgeschoben wie „der Schwarze Peter“ im gleichnamigen Kinderspiel. Mal sind die Krankenversicherer Schuld, weil sie die Rechnungen zu wenig gut kontrollieren, mal die Patienten, weil sie konsumieren, ohne zu hinterfragen.

In letzter Zeit ist zudem der Druck auf die Leistungserbringer gestiegen. Ihnen wird vorgeworfen, teure Behandlungen zu verschreiben, ohne dass es notwendig wäre. Der Bundesrat schätzt, dass rund 20% der Leistungen im Gesundheitsweisen unnötig sind und eingespart werden könnten.

Doch auch die Kantone und Politiker tragen Mitschuld an den steigenden Gesundheitskosten. Gewisse Kantone bevorzugen in ihrer Mehrfachrolle als Anbieter, Finanzierer und Regulator der Spitäler die eigenen Betriebe und unterlaufen so den Wettbewerb. Und die Politiker verlieren sich häufig in ideologischen Debatten um mehr oder weniger Wettbewerb, statt sinnvolle Lösungen zu diskutieren.


Wie lassen sich Fehlanreize verhindern?

Fakt ist, die übermässig steigenden Gesundheitskosten sind ein Problem. Das haben der Bundesrat und gewisse Parteien erkannt. Die CSS begrüsst den Expertenbericht des Bundesrates sowie die von der CVP angedachte Volksinitiative für die Einführung einer Kosten- und Prämienbremse. Denn nur wer nach Lösungen sucht, der findet sie.

Folgende weiteren Punkte (die teilweise auch im Expertenbericht ausgeführt werden), können die Fehlanreize im Gesundheitswesen verringern.

  • Die Krankenversicherer müssen ihre Rechnungskontrolle verbessern, denn damit lässt sich jährlich Geld einsparen.
  • Die Patientinnen und Patienten sind in der Pflicht, ihre Rechnungen zu prüfen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und bei planbaren Operationen Zweitmeinungen einzuholen.
  • Die Leistungserbringer (Spitäler, Ärzte und andere Institutionen) müssen die Transparenz über Preis, Leistung und Qualität erhöhen. Wichtig ist zudem, dass es zu keiner Überversorgung kommt: Spitalbetten sollen nicht gefüllt werden, um Umsatz zu genieren, sondern um Kranke zu heilen. Die Ärzte sind in der Pflicht, nur zu verschreiben, was wirksam und zweckmässig ist und nicht alles was der Patient nachfragt.
  • Auch die öffentliche Hand kennt Fehlanreize, die beseitigt werden müssen: Die Mehrfachrolle der Kantone muss enflochten werden und die Gesundheitsversorgung sollte über die Kantonsgrenzen hinaus geplant werden.
  • Der Bund wiederum sollte die Medikamentenpreise jährlich überprüfen, denn auch im Bereich der Medikamente ist viel Luft nach oben offen.

All diese Fehlanreize führen zu höheren Kosten in der Grundversicherung. Die Ursachen sind klar – nun ist es an der Zeit, sich an die Umsetzung zu machen.

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