Massnahmen gegen die steigenden Gesundheitskosten – Expertenbericht des Bundesrates
(Gettyimages)

Steigende Gesundheitskosten: Gegenmassnahmen im Expertenbericht

Was kann die Politik gegen die jährlich steigenden Gesundheitskosten tun? Der Expertenbericht des Bundesrates von 2017 zeigt mögliche Wege auf.

Die Credit Suisse untersucht jährlich die Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer mithilfe einer Befragung von 1000 Personen. Die neusten Resultate zeigen, dass das Thema Gesundheitskosten an Bedeutung gewonnen hat und 2017 auf Platz vier stand. Nicht nur die Bevölkerung stuft die steigenden Gesundheitskosten als problematisch ein, auch die Politik wacht langsam aber sicher auf. Neben einigen lancierten Initiativen von verschiedenen Parteien, hat sich auch der Bundesrat vertieft Gedanken darüber gemacht, wie die Kosten im Gesundheitswesen gebremst werden können.

Nationale Initiativen gegen die steigenden Gesundheitskosten

Im Oktober 2018 will die CVP eine Volksinitiative für eine Kosten- und Prämienbremse lancieren. Denn gemäss Parteipräsident Gerhard Pfister ist „das Gesundheitswesen krank“ (nzz.ch; 5.1.2018). Die SP wiederum beauftragte an ihrer Delegiertenversammlung im Juni 2017 die Partei, eine eidgenössische Volksinitiative für eine Begrenzung der Prämienlast in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf 10% des verfügbaren Einkommens auszuarbeiten. Die Unterschriftensammlung für beide Initiativen soll im 2018 starten.

Expertengruppe zeigt mögliche Massnahmen auf

Dazu setzte der Bundesrat eine 14 Personen umfassende Expertengruppe ein, darunter die Zürcher alt Ständerätin Verena Diener und der Berner Gesundheitsökonom Heinz Locher. Die Diskussionen der Expertengruppe mündeten in einen Bericht mit 38 Massnahmen, wie die Gesundheitskosten gesenkt werden können.

Massnahmen bieten nichts Neues

Der Expertenbericht

Die vom Bundesrat eingesetzte Expertengruppe hat sich seit Februar 2017 zu sechs Sitzungen getroffen und den breiten Massnahmenkatalog ausgearbeitet. Ende August 2017 wurde der Bericht von der Gruppe einstimmig verabschiedet und der Bundesrat nahm im Oktober 2017 vom Bericht Kenntnis. Den Expertenbericht finden Sie unter: BAG: Kostendämpfung Krankenversicherung
Der Expertenbericht erläutert viele altbekannte Rezepte, wie beispielsweise die Verlagerung bestimmter medizinischer Eingriffe von stationär zu ambulant oder die Stärkung der Nutzenbewertung von Gesundheitsleistungen (Health Technology Assessment, HTA). Auch die Förderung von Zweitmeinungen wird hier genannt. Eine Dienstleistung, welche die CSS ihren Versicherten bereits seit langem anbietet.

Weitere Konzepte, die bereits bekannt sind: die Aufhebung des Territorialitätsprinzips etwa – was ein Bezug von Leistungen im Ausland ermöglichen würde – oder die Revision der bestehenden Tarifstrukturen.

Zielvorgaben für das Kostenwachstum sind vielversprechend

Die interessantesten Massnahmen sind die verbindlichen Zielvorgaben für das Kostenwachstum in der Grundversicherung. Massnahmen wie diese hätten wohl den stärksten spürbaren Einfluss auf das Kostenwachstum, weshalb die CSS eine detaillierte Prüfung begrüsst.

Wie geht’s weiter?

Zusammenfassend ist der Expertenbericht ein umfassender Katalog für mögliche Reformen im Gesundheitswesen. Ein Strauss voll Massnahmen, die nun zwingend von allen Akteuren angegangen und umgesetzt werden müssen, damit die Kosten im Schweizerischen Gesundheitssystem nachhaltig gebremst werden können.

Welche Massnahmen der Bundesrat als in einem ersten Schritt anpacken will und weitere Informationen rund um den Expertenbericht finden Sie unter BAG: Kostendämpfung Krankenversicherung

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