(Alain de Maximy / Thinkstock)

Medikamente – tun die Versicherer nichts?

Im Januar 2015 stürzte der Euro vorübergehend ins schier Bodenlose. Seither bewegt er sich oft an der Paritätsgrenze (1 : 1). Die Medikamentenpreise indes sind kaum gesunken – trotz Intervention der Krankenversicherer.

Im Januar 2015 gab die Nationalbank den Mindestkurs des Euro von 1.20 Franken auf, worauf dessen Wert auf teilweise unter einen Franken sank. Seither überbieten sich die Schweizer Grossverteiler beinahe darin, wenn es darum geht, die Preise für Konsumgüter nach unten anzupassen.
Und die Medikamentenpreise? Fehlanzeige! Dies, obwohl der Grossteil der in der Schweiz gebrauchten Medikamente aus dem Ausland stammen. Dass die Medikamentenpreise nicht ins Rutschen gerieten, liegt daran, dass sie nicht dem freien Markt unterliegen. Vielmehr werden bei der heutigen Preisfestsetzung jährlich jeweils ein Drittel der Medikamente durch das Bundesamt für Gesundheit überprüft und die Preise angepasst.

Krankenversicherer opponieren

Für die Schweizer Krankenversicherer ist nicht nachvollziehbar, weshalb angesichts des Eurosturzes Preissenkungen zwar bei den Dingen des täglichen Bedarfs, nicht aber bei Medikamentenpreisen möglich sein sollen. In einem Brief forderte deshalb der Krankenkassenverband curafutura, dem auch die CSS angehört, Bundesrat Alain Berset auf, «im Bereich der Arzneimittel und Medizinalprodukte eine der Situation angemessene Preiskorrektur durchzuführen, wie sie in weiten Bereichen der Wirtschaft üblich ist». Der geltende Preisbildungsmechanismus sei nicht dafür geschaffen, in einer aussergewöhnlichen Währungssituation – wie sie jetzt eingetreten ist – angemessene Ergebnisse zu erzielen. Allerdings lehnte der Bundesrat eine sofortige Preissenkung bei den Medikamenten ab. Mehr noch: Er setzte im Juni neue Verordnungsbestimmungen in Kraft, welche die jetzige Regelung bestätigen und sogar für ein Jahr aussetzen. 2015 erfolgt also gar keine Überprüfung. Wie viel eine sofortige Preissenkung gebracht hätte, rechnete Preisüberwacher Stefan Meierhans vor: 500 Millionen Franken. Geld, auf das die Prämienzahlenden vorderhand verzichten müssen – der Intervention der Krankenversicherer zum Trotz.

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