Macht uns bald ein virtueller Physio die Übungen vor?
(Corpmedia)

Macht uns bald ein virtueller Physio die Übungen vor?

Die erweiterte Realität – auch Mixed Reality genannt – eröffnet neue Welten. Unsere reale Umgebung wird mit virtuellen Elementen erweitert. Was sich nach Computergame oder Spielerei anhört, ist nun auch in der Medizin angekommen. Könnten Sie sich vorstellen, dass Ihnen ein virtueller Therapeut die Physiotherapie-Übungen im Wohnzimmer vorzeigt?

Ältere Leser erinnern sich vielleicht an die VHS-Kassetten, in denen Cindy Crawford Aerobic-Übungen vorgezeigt hatte. Das Aerobic-Studio fürs Wohnzimmer war in den 80ern und 90ern des letzten Jahrhunderts en vogue. Heute wären das wohl eher Youtuber, die mittels Tutorials Tipps zu allem möglichen geben. Was jetzt folgt, geht noch einen Schritt weiter. Wer etwas für seine Gesundheit tun will, holt sich einen digitalen Coach mittels Mixed-Reality-Brille direkt ins Wohnzimmer.

Eine neue Dimension in der Physiotherapie

Es ist so eine Sache: Man hat Schmerzen, lässt sich von einem Physio behandeln, fühlt sich besser und geht mit dem Vorsatz nach Hause, die Übungen zu wiederholen. Schliesslich soll der Therapieerfolg nachhaltig sein und die Schmerzen längerfristig verschwinden. In den eigenen vier Wänden fehlt dann doch häufig die Motivation oder – noch schlimmer – die Übungen werden falsch ausgeführt, was sich gar negativ auf die Gesundheit auswirken oder zumindest die Heilung verzögern kann. Hier kommt der virtuelle Physiotherapeut zum Zug. Durch die Verwendung von Mixed-Reality-Brillen können die Patienten mit einem virtuellen Physio-Coach interagieren, der sie nicht nur motiviert, sondern zusätzlich die entsprechenden Übungen vorzeigt. Patienten haben gar die Möglichkeit, dem Physio von allen Seiten zuzusehen, damit die Übungen korrekt gemacht werden. Zudem soll der digitale Coach künftig erkennen, wenn eine Übung falsch ausgeführt wird und umgehend ein Rückmeldung geben.


Vorerst ein Prototyp

Digitaltag 2018Um ein solches Therapieangebot zu entwickeln, müssen Expertisen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenfinden. Den Prototypen dieses digitalen Physiotherapeuten hat das CSS Health Lab zusammen mit Magic Leap, den ETH Juniors und Physiotherapieexperten entwickelt. Die CSS ist der erste Versicherer weltweit, der mit Magic Leap zusammenarbeitet. Dabei handelt es sich um einen führenden Hersteller sogenannter Mixed-Reality-Brillen. Diese reichern die reale Umgebung mit virtuellen, computergenerierten Elementen an. Im Moment sind die Brillen in den USA erst als Entwicklerversion erhältlich. Auch wenn die neue Technologie noch wie eine Spielerei wirkt: Sie ist enorm beeindruckend und zeigt das Potential, wie Patienten künftig begleitet werden können.

Der virtuelle Physio im Video

Wir haben den Prototyp des virtuellen Physios am Digitaltag 2018 erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Was die Leute davon halten, wie sie unseren digitalen Ratgeber zur Beurteilung von Krankheitssymptomen wahrnehmen und weshalb wir digitale Therapien weiter vorantreiben erfahren Sie im Video:

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Ein Kommentar zu “Macht uns bald ein virtueller Physio die Übungen vor?

  1. Die Physiotherapiekosten sind vorallem auch gestiegen, weil wir Therapeuten nach 16 langen Jahren eine Taxpunkterhöhung bekommen haben. Wohlgemerkt, eine sehr geringe. 16 Jahre der gleiche Lohn und kein Spitzenverdienst. Jeder Schulhausabwart hat mehr in der Lohntüte.

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