Wozu gibt es Wahlfranchisen?

Studien zeigen: Höhere Franchisen entlasten das Gesundheitssystem, da die Selbstverantwortung und das Kostenbewusstsein gestärkt werden.

Aktuelle politische Situation

Der Bundesrat lancierte 2015 ein Projekt, um die Wahlfranchisen in der Grundversicherung anzupassen: Die Wahlfranchisen von 1000 und 2000 Franken bei Erwachsenen sollten gestrichen und die Rabatte der übrigen Wahlfranchisen nach unten korrigiert werden. Nach Widerstand auf breiter Front verkündete der Bundesrat, sein Projekt nochmals zu überdenken. Wachgerüttelt wurde auch die Politik. In der Frühlingssession 2016 reichte die FDP mehrere Vorstösse ein. Diese sehen eine regelmässige Anpassung der Franchisen an die Kostenentwicklung vor. Zudem sollen eine neue höchste Wahlfranchise eingeführt und die ordentliche Grundfranchise erhöht werden.

Immense Entlastung

Die Übernahme von zusätzlicher finanzieller Eigenverantwortung hilft bei der Eindämmung der Leistungskosten. Schon heute wissen wir, dass durch das System der Wahlfranchisen das Schweizer Gesundheitssystem – und damit die Prämienzahlenden – um jährlich rund 1,1 Milliarden Franken entlastet wird (Beck, Schmid 2015). Dieser Umstand wird auch durch Untersuchungen des Bundesrates bestätigt. Dieser hat entsprechende Simulationen mit den Versichertendaten des Jahres 2013 in Auftrag gegeben. Und die Resultate erstaunen nicht: Würde die Minimalfranchise von derzeit 300 Franken bei den Erwachsenen um 100 Franken angehoben, ergäbe dies letztlich Einsparungen von 220 Millionen Franken. Würde die Grundfranchise um 200 Franken erhöht, würden gar Einsparungen von 430 Millionen Franken resultieren (Ausführungen des Bundesrates dazu). Grund genug also, die derzeitigen Diskussionen rund um Wahlfranchisen und Eigenverantwortung weiter zu verfolgen. Denn letztlich liegt es an der Politik, im Sinne der Versicherten die richtigen Massnahmen umzusetzen.

Diesen Beitrag bewerten.

2 Kommentare zu “Wozu gibt es Wahlfranchisen?

  1. Ich bin gegen eine Erhöhung der Franchise weil viele Leute sich dies nicht leisten können und nicht mehr zum Arzt gehen dabei werden die Kosten noch erhöht.

    1. Sehr geehrter Herr Krüsi

      Vielen Dank für Ihre Überlegungen. Aktuell diskutiert das Parlament die Höhe der Franchisen. Sie sprechen ein Phänomen an, dass in der wissenschaftlichen Sprache „Moral Hazard“ genannt wird (moralisches Risiko: Individuen verhalten sich aufgrund ökonomischer Fehlanreize verantwortungslos oder leichtsinnig und verstärken damit das Risiko). Studien aus der Schweiz zeigen, dass mit höheren Franchisen echte Einspareffekte für die ganze Gemeinschaft erzielt werden können. Das erhöhte Risiko, dass Personen aufgrund von Kostenüberlegungen nicht zum Arzt gehen und so Mehrkosten verursachen, bestätigt sich gemäss Studien nicht. Im Blogartikel „Wozu gibt es Wahlfranchisen“ finden Sie weitere Informationen zu den Franchisen. Hier ist auch ein Link zu den Ausführungen des Bundesrates dabei. Dieser hat mit Simultationen der Versichertendaten vom Jahr 2013 gezeigt: Eine Anhebung der Minimalfranchise um 100 Franken würde Einsparungen von 220 Millionen Franken ergeben – die wiederum der ganzen solidarischen Gemeinschaft zu gute kämen und die Prämien in der Grundversicherung entlasten würden. Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren: socialmedia.team@css.ch.
      Beste Grüsse Judith Dissler

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*