Warum ist die Krankenpflegeversicherung obligatorisch?
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Warum ist die Krankenpflegeversicherung obligatorisch?

Immer wieder bekommen wir Anfragen, warum die Grundversicherung obligatorisch ist. Was viele nicht wissen: erst vor gut 20 Jahren haben wir in der Schweiz das Obligatorium eingeführt. Damit verfolgte die Politik drei Ziele: Solidarität stärken, Kosten dämpfen und allen eine umfassende Versorgung bieten.

In der Schweiz müssen seit 1996 alle Bewohnerinnen und Bewohner eine obligatorische Krankenpflegeversicherung abschliessen. Das ist über ein Gesetz (das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)) geregelt. Rund 60 nicht gewinnorientierte Versicherer bieten die Grundversicherung an. Da sich alle an das Gesetz halten müssen, dürfen die Produkte nur gemäss den gesetzlichen Vorgaben ausgestaltet werden – die Prämien müssen die Kosten decken und Gewinne dürfen nicht erzielt werden. Das Bundesamt für Gesundheit überprüft, dass alles mit rechten Dingen zu und her geht.

Die Kosten in der Grundversicherung steigen jährlich und mit ihnen erhöhen sich auch die Prämien. Immer wieder bekommen wir Anfragen von Versicherten, die sich beschweren, warum wir ein Obligatorium haben. Manch einer denkt sich, dass er die Prämien lieber nicht einzahlen und das Geld für anderes ausgeben möchte. Dass die Krankenversicherung obligatorisch ist, hat 1994 das Schweizer Volk entschieden. Warum? Mit der Einführung des KVG verfolgte die Politik drei Ziele:

  • die Kosten dämpfen
  • die Solidarität stärken
  • allen eine hochstehende umfassende medizinische Versorgung bieten

Allen das Gleiche

Bevor das Obligatorium eingeführt wurde, waren viele Personen in der Schweiz nicht versichert. Eine Krankheit konnte so hohe finanzielle Folgen mit sich ziehen. Aufgrund der unterschiedlichen Versicherungsdeckungen profitierten zudem nicht alle Personen von einer qualitativ hochstehenden medizinischen Versorgung. Dem ist heute nicht mehr so. Wir alle können über die Grundversicherung die gleichen medizinischen Leistungen beziehen. Personen mit niedrigen Einkommen werden zudem über die Prämienverbilligung staatlich unterstützt.

Solidarität stärken

Durch die Einführung des KVG wurde zudem die Solidarität gestärkt. Was heisst das? Wir alle zahlen unseren Beitrag an die Grundversicherung ein. Im Durchschnitt zahlen Schweizer monatlich 465 Franken

Zahlen der Prämien

Die Zahlen für die durchschnittlichen Prämien in der Schweiz werden jährlich vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) publiziert. Für eine erwachsene Person (ab 26 Jahren) mit einer Franchise von 300 Franken und der Unfallversicherung beträgt die durchschnittliche Prämie 465 CHF pro Monat.
. Mit diesem Geld werden medizinische Leistungen von kranken Menschen finanziert. Tendenziell unterstützen zudem die jungen Menschen, die älteren Menschen. Gesunde Menschen finanzieren also Kranke mit und auch zwischen Jung und Alt findet eine Umverteilung statt – das ist mit Solidarität gemeint. Die Grundversicherung ist eine soziale Versicherung. Dahinter steht der Grundgedanke, dass man keine Leistungen bezieht, wenn man nicht krank ist. Denn viele Behandlungen können wir uns nur leisten, wenn nicht alle Personen krank sind. Wir zahlen im Schnitt 5‘580 Franken pro Jahr. Wenn wir nun an Krebs erkranken und ein Medikament brauchen, zahlt die Grundversicherung uns diese Kosten – alleine wäre es uns kaum möglich, das Medikament zu zahlen.

Medikamente

Die Helsana publiziert jährlich den Arzneimittelreport. Dieser weist aus, wie hoch die Kosten der Medikamente in der Grundversicherung sind. Im Vergleich zum 2016 sind die Kosten um 6% auf über 7 Milliarden Franken gestiegen (ca. 25% der Grundversicherungskosten). Das Medikament Remicade beispielsweise (ein Immunsuppressiva, das für die chronische Erkrankung des Darmes (Morbus Crohn) eingesetzt wird) kostet rund 20‘000 CHF pro Patient.

Steigende Kosten

Das letzte Ziel war, die Kosten in der Grundversicherung zu dämpfen. Dieses Ziel konnte bislang nicht umgesetzt werden. Das hat unterschiedliche Gründe. Wir erklären hier, was die CSS gegen die steigenden Gesundheitskosten unternimmt.

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