Gesundheitsausgaben: Was kostet uns die Gesundheit?

Mit einer Verzögerung von jeweils zwei Jahren (bedingt durch die umfangreiche Erfassung und Auswertung aller Daten) publiziert das Bundesamt für Statistik (BFS) jeweils gegen Jahresende die detaillierten Ausgaben für das Gesundheitswesen in der Schweiz.

Die aktuellsten Zahlen für das Jahr 2013 bestätigen den Trend der kontinuierlichen Zunahme der Gesundheitskosten in der Schweiz. Diese beliefen sich 2013 auf genau 69 226 700 000 Franken. Das waren 1,7 Milliarden Franken oder 2,5 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Die Ausgaben pro Person stiegen auf 713 Franken (+9 Franken) pro Monat. Das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt kletterte auf 10,9 Prozent.

Spitäler verursachen am meisten Kosten

2013 entfielen mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Kosten für Güter und Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf die Krankenhäuser (36,6 Prozent), Pflegeheime (13,3 Prozent) sowie die Institutionen für Behinderte (4,1 Prozent). Die ambulanten Versorger (Ärzte und Zahnärzte, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Spitexdienste, sonstige paramedizinische Dienste, Laboratorien, übrige) machten insgesamt 31,6 Prozent der Kosten aus, wobei die Ärzte mit 18 Prozent die grösste Gruppe der Leistungserbringer innerhalb dieses Sektors darstellen. Der Detailhandel mit Arzneimitteln und therapeutischen Apparaten erreichte einen Anteil von 7,8 Prozent an den Kosten des Gesundheitswesens. Die Verwaltungskosten und Ausgaben für Prävention und Unfallverhütung der Versicherer (4 Prozent) und des Staates (1,6 Prozent), welche als Leistungen des Gesundheitswesens zu betrachten sind, machten zusammen 5,7 Prozent der Ausgaben aus.

Mehr als das Bundesbudget

Welchen wirtschaftlichen Stellenwert das Gesundheitssystem hat, zeigt der Vergleich mit den Bundesfinanzen. Die fast 70 Milliarden Franken, die 2013 für das Schweizer Gesundheitswesen ausgegeben wurden, sind nämlich mehr als das ganze Bundesbudget für das laufende Jahr. Dieses rechnet 2016 mit Ausgaben von rund 67 Milliarden Franken.

Krankenversicherer übernehmen Löwenanteil

Die 713 Franken Kosten, die 2013 pro Kopf der Bevölkerung anfielen, wurden wie folgt finanziert: 262 Franken pro Person (+17) konnten mit Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt werden, 46 Franken (+2) durch Versicherungen wie die AHV, IV und die Unfallversicherungen, 32 Franken durch andere Träger der sozialen Sicherheit und bedarfsabhängige Sozialleistungen sowie 52 Franken (+1) mit Zusatzversicherungen. 144 Franken (+1) trug der Staat bei und 7 Franken wurden von privatrechtlichen Stiftungen finanziert. So mussten die Haushalte, zusätzlich zu den Versicherungsprämien, noch einen Restbetrag von 170 Franken (–12) bezahlen (vor allem Leistungen für Pflegeheime, Zahnarztleistungen sowie Beteiligungen an den Krankenversicherungskosten für ambulante und stationäre Behandlungen).

Ein Kommentar zu “Gesundheitsausgaben: Was kostet uns die Gesundheit?

  1. Rationierungen sind falsche Rezepte
    Unser Gesundheitssystem gehört zu den besten; es basiert auf Privatinitiative und Gegenseitigkeit. Und wir geniessen ein hohes Mass an Wahlfreiheit und Selbst-bestimmung, ja können unseren Krankenversicherer, die Höhe der Franchise und den Arzt noch frei wählen. Das hat natürlich seinen Preis. Studien verheissen bis
    in einigen Jahren eine Verdoppelung der Prämien.

    Verständlich, dass wir nach Einsparungen suchen; nicht alle sind realistisch! Besonders von linker Seite wird wieder einmal die Einheitskasse angestrebt. Ein System das 2014 vom Volk klar abgelehnt wurde und uns weniger Freiheiten und Leistungen, aber mehr Kosten brächte.

    Oft wird rationalisieren mit rationieren verwechselt! Die ganz unschweizerischen Vorschläge kommen meist aus linker Küche:
    – Einschränkung medizinischer Leistungen,
    – Völlige Befreiung der Kinder von allen Prämien,
    – Prämien nicht höher als 10 Prozent des Haushaltseinkommens (SP-Initiative),
    – Einkommensabhängige Prämien.
    – Höhere Prämien für ungesunden Lebenswandel,

    Ein Mittel, die Kosten ohne Rationierungen etwas weniger stark ansteigen zu lassen und Eigenverantwortung zu fördern, wäre eine Erhöhung der Minimalfranchise auf 500 Franken. Das mehr an Geldern darf jedoch nicht neue Begehrlichkeiten wecken. Und eine vernünftige Konzentration der öffentlichen Spitäler muss angestrebt werden.

    Ohne Opfer aller Beteiligten bremsen wir diese krasse Teuerungsspirale nicht. Dabei sind nicht die Verwaltungskosten der Krankenversicherer von 5 Prozent das Problem, sondern die 95 Prozent, die wir für Diagnosen, Behandlungen, Therapien, Medikamente ausgeben. Die Erhöhung der Minimalfranchise scheint ein vernünftiger Beitrag zu sein, vor allem, wenn einkommensschwache Personen weiterhin mit Prämienverbilligungen rechnen dürfen.
    Bruno Fäh, Baar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*