Gesundheitskompetenz: Da hats noch Luft nach oben
(Getty Images / Yuri Arcurs)

Gesundheitskompetenz: Da hats noch Luft nach oben

Überraschend, aber wahr: Wenn es darum geht, gute Entscheidungen für die Gesundheit zu treffen, hat die Schweizer Bevölkerung im internationalen Vergleich Aufholbedarf. Bewegung erweist sich als probates Mittel.

Egal, ob es um die Lebensqualität, das verfügbare Einkommen oder die Pünktlichkeit im öffentlichen Verkehr geht: In der Schweiz ist man es sich gewohnt, im internationalen Vergleich weit oben zu stehen. Da erstaunt es umso mehr, dass eine Studie zu einem wichtigen Thema der Schweizer Bevölkerung ein mangelhaftes Zeugnis ausstellt. Es geht um die Gesundheitskompetenz. Also um die Frage, wie fähig die Menschen in unserem Land sind, im Alltag Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Ausgerechnet hier sollen wir im Vergleich mit dem Ausland unterdurchschnittlich sein?

Schweizer Gesundheitskompetenz „problematisch“

In der Tat: Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeinsam mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz im vorvergangenen Herbst durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass die Gesundheitskompetenz bei rund 45 Prozent der Schweizer Bevölkerung „problematisch“ ist. Doch was heisst das konkret?

Die Resultate der Studie, in deren Rahmen die Schweizer Bevölkerung mit derjenigen aus acht EU-Ländern verglichen wurde, zeigt, dass in der Schweiz grössere Probleme damit bestehen, Informationen im Bereich Krankheitsprävention zu beurteilen und zu verstehen. Ein Beispiel sind Impfungen: Hier bekunden auffällig viele der Befragten Mühe damit, die Notwendigkeit von Impfungen zu beurteilen oder zu entscheiden, ob sie sich beispielsweise gegen Grippe impfen sollen. Auch die Beurteilung von Vor- und Nachteilen einer Behandlungsmöglichkeit fällt auffällig vielen schwer, ebenso der Entscheid, ob eine Zweitmeinung eingeholt werden soll oder nicht. Die Liste mit Beispielen liesse sich beliebig verlängern.

Die gute Nachricht ist die: Während das Problem mangelnder Gesundheitskompetenz in der Schweiz breit ist (relative viele Einwohnerinnen und Einwohner sind betroffen), ist es im Vergleich mit anderen Ländern nicht sonderlich tief: Bei weniger als einem Zehntel der Befragten (9%) wurde eine „unzureichende“ Gesundheitskompetenz gemessen.

Sportliche Menschen sind gesundheitskompetenter

Ebenfalls erfreulich: Die Studie zeigt deutlich, dass es einen Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und Gesundheitskompetenz gibt: Menschen, die selten bis nie Sport treiben, haben eine tiefere Gesundheitskompetenz. Auch aus diesem Grund setzt die CSS im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention stark auf das Thema Bewegung. So hat die CSS beispielsweise im Sommer 2016 myStep lanciert. Ein Programm, welches Versicherte mit einem Gesundheitskonto für körperliche Aktivität belohnt.
Man merke: Wer weiss, wie man Körper und Geist Gutes tun und Krankheiten vorbeugen kann, trifft bessere Entscheidungen im Alltag, aber auch in der Beurteilung und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.

Studie zur Gesundheitskompetenz in der Schweiz

Um ein Gesamtbild der Ausprägung der Gesundheitskompetenz bei der Wohnbevölkerung in der Schweiz zu erhalten, hat das BAG eine repräsentative Erhebung zur Gesundheitskompetenz durchgeführt. Die Resultate sollen als Basis für zukünftige Massnahmen dienen. Zum detaillierten Studienbericht.

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