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Alternativen zum Ärztestopp?

Das Parlament hat im Frühjahr / Sommer 2016 entschieden, dass der Zulassungsstopp für Ärzte um weitere drei Jahre bis 2019 verlängert wird. Danach muss eine andere Lösung her.

Je höher die Ärztedichte, desto höher sind auch die Gesundheitskosten. Mit dem Zulassungsstopp konnte bis anhin die Anzahl praktizierender Ärzte reguliert werden. Es ging insbesondere darum, die Zahl der ausländischen Spezialärzte zu beschränken, die sich in der Schweiz niederlassen möchten. Noch bis im Sommer ist der Zulassungsstopp provisorisch in Kraft. Entgegen allen Erwartungen hat der Nationalrat im Dezember 2015 den Vorschlag abgelehnt, den Zulassungsstopp unbefristet im Gesetz zu verankern und ihn somit definitiv einzuführen.

Um drei Jahre verlängert

Als Übergangslösung wird der Ärztestopp nun für weitere drei Jahre bis 2019 verlängert. Denn was ohne Regulierung geschieht, zeigte sich im Jahr 2012, als der Zulassungsstopp kurzzeitig aufgehoben wurde. In kürzester Zeit liessen sich doppelt so viele Ärzte in der Schweiz nieder wie im Vorjahr. Mit diesem plötzlichen Überangebot schnellten damals auch die Kosten in die Höhe. Daraufhin wurde der Zulassungsstopp erneut eingeführt, wiederum befristet auf drei Jahre bis diesen Juni 2016.

Alternativen zum Zulassungsstopp prüfen

Während der erneuten Verlängerung des Zulassungsstopps bis 2019 werden allerdings nachhaltige Alternativen geprüft, um den Kostenanstieg besser in den Griff zu kriegen. Der Bundesrat muss dem Parlament bis Mitte 2017 entsprechende Vorschläge unterbreiten.
Zur Diskussion stehen bereits heute folgende Varianten:

  • Aufhebung des Vertragszwangs:
    Für diese Lösung setzt sich auch die CSS ein. Die Vertragsfreiheit würde mit sich bringen, dass Krankenversicherer mit Leistungserbringern (u.a. Ärzten und Spitälern) über Leistungen und Preise verhandeln. Dieses System setzt somit auf mehr Wettbewerb. Auf diese Weise würden Krankenversicherer nur jene Leistungserbringer vertraglich an sich binden, die qualitativ hochwertig und in einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis arbeiten.
  • Lockerung des Vertragszwangs:
    Übersteigt die Zahl der Ärzte eine vom Bundesrat festgelegte Obergrenze, liegt es im Ermessen der Krankenversicherer, mit welchen weiteren Medizinern sie Verträge abschliessen.
  • Nach Regionen abgestufte Preise für medizinische Leistungen:
    Das würde für Ärzte den Anreiz erhöhen, sich in bisher unterversorgten Randregionen niederzulassen. Denn das Überangebot an Ärzten betrifft vor allem die Ballungszentren und die Spezialisten, während es an Hausärzten mangelt, vor allem auf dem Land.

Es liegt auch im Interesse der Versicherten, mit einer Alternative zum Zulassungsstopp die Mengenausweitung zu stoppen. Denn höhere Gesundheitskosten schlagen sich immer auch in höheren Prämien nieder.

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