Apotheke statt Arzt? Versicherungsmodell im Test

Husten, Kopfschmerzen oder Durchfall: Könnte bei solchen gesundheitlichen Beschwerden der Besuch in der Apotheke den Arztbesuch ersetzen? Die CSS testet aktuell dieses innovative Modell.

Eine Umfrage der CSS zeigt: Viele Versicherte wären bereit, bei gewissen gesundheitlichen Beschwerden zuerst die Apotheke und nicht gleich einen Arzt aufzusuchen, so zum Beispiel bei Husten, Kopfschmerzen, Durchfall/Verstopfung oder Fieber. Inwiefern die Versicherten ihren Worten auch Taten folgen lassen, testet die CSS derzeit im Grossraum Zürich mit dem Pilotprojekt «GPV PLUS». In den Versuch sind die drei mediX-Arztpraxen in Zürich Altstetten, am Stauffacher und in Dübendorf sowie zwanzig Amavita sowie Coop Vitality Apotheken involviert. Insgesamt über tausend CSS-Versicherte, die in der Gesundheitspraxisversicherung (GPV) versichert sind und Kunde oder Kundin einer der drei Praxen sind, können am Versuch teilnehmen. Sie wurden alle persönlich angeschrieben.

Zuerst in die Apotheke

Das Prinzip ist einfach: Statt jeweils ihre Praxis aufzusuchen, haben die Versicherten die Möglichkeit, bei gesundheitlichen Problemen zuerst in eine von insgesamt zwanzig ausgewählten Apotheken zu gehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Oft ist der Weg zur Apotheke näher als jener zum Arzt. Eine Anmeldung ist nicht nötig und viele Apotheken sind oft auch an Samstagen und Sonntagen geöffnet. Wie bei einem Arztbesuch ist auch in den teilnehmenden Apotheken die Vertraulichkeit gewährleistet, finden doch die Besprechungen in einem separaten Besprechungszimmer statt. Je nachdem wird der Fall direkt in der Apotheke abgeschlossen. Ist eine Überweisung an die Arztpraxis notwendig, wird noch in der Apotheke ein Termin vereinbart.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Oft ist der Weg zur Apotheke näher als jener zum Arzt.

Arztpraxis ist immer im Bild

Im Gegensatz zu ähnlichen Modellen anderer Krankenversicherungen können die Versicherten im Pilotprojekt der CSS wahlweise den Arzt oder aber die Apotheke aufsuchen. Neu ist auch, dass die entsprechenden Informationen stets ausgetauscht werden. Ganz egal, ob es sich um eine Terminvereinbarung, eine Rezeptübermittlung oder um eine medizinische Information handelt. Die versicherte Person hat stets die Gewissheit, dass ihre persönliche Hausarztpraxis immer auf dem aktuellen Stand ist und sofort Bescheid weiss, was in der Apotheke besprochen wurde. Das Patientendossier enthält immer alle wesentlichen Informationen – ein wichtiger Schritt hin zu einer integrierten Versorgung, bei der alle Beteiligten auf dem gleichen aktuellen Informationsstand sind.

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