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Ambulant oder stationär?

Behandlungen im Spital werden ambulant oder stationär erbracht. Das Problem: Die Finanzierung dieser Behandlungen ist unterschiedlich – was das System ineffizient macht. Die CSS setzt sich deshalb für die einheitliche Finanzierung ambulant und stationär, kurz EFAS, ein.

Ambulant und stationär: Was ist der Unterschied?

Wenn wir ins Spital müssen, gibt es zwei Möglichkeiten der Behandlung:

  • Bei kleinen Eingriffen – wie beispielsweise eine Krampfader-Operation – ist es möglich, das Spital gleichentags zu verlassen. In diesem Fall sprechen wir von einer ambulanten Behandlung.
  • Grössere Eingriffe erfordern, über Nacht zu bleiben. Deshalb bezeichnen wir diese Behandlung als stationär.

Das Problem: die unterschiedliche Finanzierung

Ambulante und stationäre Behandlungen werden über zwei verschiedene Tarife abgegolten und sind unterschiedlich finanziert. Ambulante Behandlungen sind – analog beispielsweise zum Hausarztbesuch – zu 100% über die Krankenversicherung finanziert, dies nach Abzug der Franchise und der Kostenbeteiligung. Als Basis dient der Tarif namens TARMED.

Anders ist es bei den stationären Spitalleistungen: Diese werden über den Tarif SwissDRG abgegolten und nach Abzug der Kostenbeteiligung und Franchise je ungefähr zur Hälfte vom Kanton über Steuergelder (55%) und vom Prämienzahler über die Krankenversicherungsprämien (45%) finanziert.

Die Folgen des Problems: Höhere Kosten für die Versicherten
Diese unterschiedliche Finanzierung führt zu höheren Gesundheitskosten – was letztlich alle betrifft. Denn gewisse Operationen werden stationär erbracht, obwohl sie ambulant insgesamt kostengünstiger wären – ganz ohne Qualitätseinbussen für die Patienten. Aber warum bevorzugen Spitäler die stationäre gegenüber der ambulanten Behandlung? Sie erreichen eine bessere Auslastung des Spitals, was sich finanziell lohnt. Die Krankenversicherer ihrerseits möchten am System nichts ändern, weil der Kanton den grösseren Teil der Kosten für eine stationäre Behandlung übernimmt. Letztlich sind es Versicherte und Steuerzahler, die für diese ineffiziente Situation bezahlen.

Die Lösung des Problems: EFAS

Wie lassen sich diese falschen Anreize minimieren? Die CSS setzt sich über den Krankenversicherungsverband curafutura für eine einheitliche Finanzierung ambulant stationär, kurz EFAS, ein. Das würde bedeuten, dass ambulante und stationäre Behandlungen zwar noch immer über verschiedene Tarife, jedoch nur noch aus einer Quelle finanziert werden, die es noch zu definieren gilt. Damit hätten Patientinnen und Patienten vermehrt die Möglichkeit, sich ambulant statt stationär behandeln zu lassen. Dies wiederum würde die Kosten dämpfen – was allen zugute kommt.

Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Engagement von curafutura und den EFAS-Film

2 Kommentare zu “Ambulant oder stationär?

  1. Bei uns ist die ganze Familie schon lebenslang privat versichert. Also wenn wir eine Krankheit haben sind wir sicher nicht gewillt uns ambulant operieren zu lassen. Sonst müssen wir uns fragen warum eine Privatversicherung bezahlen.

    1. Sehr geehrte Frau Krüsi
      Herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserem Blog. Natürlich steht auch bei einer Änderung des Finanzierungsregimes immer das Wohl des Patienten im Zentrum. Ambulant wird heute wie künftig nur dort behandelt, wo es medizinisch sinnvoller ist als stationär. Es geht bei der Verlagerung denn auch nicht um Tumoroperationen oder Eingriffe bei schweren Krankheiten, sondern um ausgewählte Eingriffe wie beispielsweise grauer Star. Solche Eingriffe werden aus medizinischer Sicht oft besser ambulant als stationär erbracht, da stationäre Aufenthalte auch mit Risiken verbunden sind (z.B. Infektionsgefahr). Bei weiteren Fragen zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Gerne schicken wir Ihnen auch zusätzliche Informationen: socialmedia.team@css.ch
      Freundliche Grüsse
      Judith Dissler

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