Alter Tarif, unnötige Kosten
(fotolia / kantver)

Alter Tarif, unnötige Kosten – TARMED

Erinnern Sie sich an die Handys von 2004? Damals war nicht das Smartphone der absolute Renner, sondern aufklappbare Mobiltelefone mit Tastatur. Die Technologie hat sich seither stark weiterentwickelt – auch im Bereich der Medizin. Das Problem: medizinische Behandlungen werden mit einem Tarif von 2004 abgerechnet – was unnötige Kosten verursacht. Deshalb setzt sich die CSS seit Jahren für eine Revision des Ärztetarifs ein.

Der teure, graue Star

Sie lassen sich den grauen Star operieren – die Operation dauert heute nur noch 30 Minuten statt wie früher 60 Minuten. Die Kosten für die Operation sind jedoch gleich geblieben. Warum? Grund dafür ist der veraltete Arzttarif TARMED, der die heutige Realität nicht korrekt abbildet. Denn dieser wurde seit 2004 nie grundlegend überarbeitet. Viele Behandlungen sind im TARMED also veraltet abgebildet. Mögliche Einsparungen für Sie und die soziale Grundversicherung wären möglich, konnten aber in den vergangenen Jahren aufgrund von politischen Blockaden nicht umgesetzt werden.

Wie aus einer Behandlung eine Rechnung wird

Arztrechnungen sind sehr technisch geschrieben und für Patienten oft schwierig zu verstehen. Damit aus einer Behandlung überhaupt eine Rechnung entsteht, gibt es die Tarifstruktur TARMED. Über diese Tarifstruktur werden alle Behandlungen abgerechnet, die Sie beim Arzt in der Praxis oder im Spital ambulant beziehen. Die Tarifstruktur TARMED hat über 4000 Positionen, die Ihr Arzt nutzt, um seine erbrachten Leistungen in Geld umzuwandeln. Jede Position ist mit einer Anzahl von Punkten versehen. Je aufwändiger die Behandlung ist, desto höher fällt die Punktezahl der Position aus. Jeder Punkt wird mit einem Preis multipliziert (Taxpunktwert), so erhält jede Behandlung am Ende einen Preis, den die Krankenversicherer vergüten.

Alter Kaffee…

Wir leben in Zeiten von Smartphones und rechnen über einen Tarif aus Zeiten der aufklappbaren Mobiltelefone ab. Es versteht sich von selbst, dass der TARMED überarbeitet werden muss. Die Krankenversicherer setzen sich seit Jahren für die Überarbeitung ein, da gemäss ihren Berechnungen rund 600 Millionen Franken eingespart werden könnten – das gefällt den Ärzten leider nicht, die Ihren Lohn über TARMED finanzieren. Weil die Verhandlungen zwischen Ärzten und Versicherungen ins Stocken geraten sind, hat der Bundesrat im letzten Jahr eingegriffen. Auf der Basis der Empfehlungen von curafutura hat Bundesrat Alain Berset verschiedene Anpassungen geprüft und will sie ab 2018 umsetzen.

CSS unterstützt Vorschläge vom Bundesrat

Die CSS begrüsst den Tarifeingriff des Bundesrates, denn seit Jahren wäre die Überarbeitung von TARMED notwendig. Die CSS setzt sich schon lange für die Revision der Tarifstruktur ein, da so unnötige Kosten in der Grundversicherung vermieden werden können. Werden die Anpassungen vom Bundesrat wirklich umgesetzt, so kostet Ihre Operation vom grauen Star ab 2018 weniger. Das wiederum hat natürlich Auswirkungen auf Ihre Prämien – denn diese sind ein Spiegelbild der Kosten.

Der Tarifeingriff im Detail

Weiterlesen

Detaillierte Informationen zur Tarifpartnerschaft / dem Tarifeingriff finden Sie in unserer gesundheitspolitischen Publikation „im dialog 2/17“.
Der Bundesrat hat neben dem „grauen Star“ weitere Anpassungen vorgenommen. So müssen Ärzte künftig auch transparenter ausweisen, welche Leistungen Sie in Abwesenheit des Patienten erbracht haben. Insgesamt rechnet der Bundesrat mit Einsparungen von rund 700 Millionen Franken. Das letzte Wort ist jedoch noch nicht gesprochen. Die Anpassungen waren vom 21. März bis zum 21. Juni 2017 in Vernehmlassung. Während die Krankenversicherer den Tarifeingriff voll und ganz unterstützen, wehren sich insbesondere die Spezialärzte vehement, da ihr Einkommen vom Eingriff stark betroffen wäre.
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