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Teurer = gesünder?

Die Gesundheitskosten in der Schweiz zeigen nur in eine Richtung: nach oben. Doch sind wir deswegen auch gesünder?

Allein die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) in der Schweiz wird Tag für Tag um drei Millionen (!) Franken teurer. Wurden 2003 noch gut 15 Milliarden Franken dafür aufgewendet, dürfte 2015 die 26-Milliarden-Grenze erreicht werden. Und ein Ende ist im Moment nicht absehbar. Definiert man Gesundheit als Fehlen von Krankheit und Gebrechen, ist die These, dass steigende Gesundheitskosten automatisch zu einer besseren Gesundheit führen, kaum haltbar. Das zeigt bloss schon der Umstand, dass die Zahl der Demenzerkrankungen rasant ansteigt. Gleiches gilt für den Anteil übergewichtiger oder fettleibiger Menschen. Diese zwei Beispiele zeigen: Unser gut strukturiertes Gesundheitswesen führt eher dazu, dass wir zwar nicht gesünder werden, aber immerhin trotz Krankheiten länger beschwerdefrei leben können.

Die Welt ist krank

Dieses Faktum wird auch durch die Studie zur weltweiten Krankheitslast (Global Burden of Disease Study, 188 Länder) bestätigt. Die Studie wurde im Juni 2015 in der renommierten Wissenschaftszeitschrift «The Lancet» publiziert. Demnach klagen 95 Prozent der Weltbevölkerung über mindestens ein Gebrechen. Jede dritte Person leidet gar an mehr als fünf Gebrechen. Dies schlägt sich letztlich auch in der Anzahl Lebensjahre nieder, welche die Menschen dieser Erde mit einer Krankheit lebten. Sie stieg 2013 auf 760 Millionen Jahre. Fazit: Wir leben länger – aber auch immer länger mit gesundheitlichen Beschwerden. Zum gleichen Fazit kommt auch der «Nationale Gesundheitsbericht » 2015. Ihm zufolge stellen «chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Demenzen eine wachsende Herausforderung im Schweizer Gesundheitssystem dar».

Gesundheitsbericht
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