Wann sind Tabletten oder Infusionen bei Eisenmangel sinnvoll?
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Wann sind Tabletten oder Infusionen bei Eisenmangel sinnvoll?

Die Diagnose Eisenmangel wird heute schnell gestellt. Aber nicht immer ist eine Therapie notwendig. Und nicht immer braucht es gleich eine Infusion. Woran man sich orientieren kann.

Keine Frage: Eisen leistet im Körper wichtige Dienste. Es ist notwendig für alle Stoffwechselvorgänge, den Sauerstofftransport und die Blutbildung. Und spielt nach neueren Erkenntnissen beim Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen eine wichtige Rolle.

Welcher Eisenwert im Blut normal ist, dazu gibt es keine allgemein anerkannten Grenzwerte. Ein Anhaltspunkt liefert jedoch das Eiweiss Ferritin. Es zeigt an, wie hoch die Eisenreserven im Körper sind. Liegt der Ferritin-Spiegel unter 15 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml), gelten die Reserven als erschöpft. Wichtig: Für eine zuverlässige Diagnose sollte auch der Wert des Eiweisses CRP bestimmt werden. Damit lassen sich akute Entzündungen und Infektionen ausschliessen, denn diese erhöhen das Ferritin.

Menstruation als Ursache für Eisenmangel

Ärzte unterscheiden zwei Mangel-Stadien, abhängig vom Schweregrad: den latenten Eisenmangel ohne Blutarmut (Anämie) und den Eisenmangel mit Blutarmut, Eisenmangelanämie genannt. Je nachdem, wie schwer der Mangel ist und wie lange er schon anhält, sind folgende Symptome typisch: Muskelschwäche, wenig Ausdauer, fehlende Konzentration, schlechtes Gedächtnis, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen. Darüber hinaus brüchige Nägel, Haarausfall, trockene Haut, eingerissene Mundwinkel, Appetit auf Lehm und Erde. Wiederholter Blutverlust wie die Menstruation ist eine der häufigsten Ursachen für Eisenmangel. Studien aus Europa und den USA zeigen, dass 15 bis 20 Prozent aller Frauen im Menstruationsalter Eisenmangel ohne Anämie haben. Unter einer Eisenmangelanämie leiden zirka drei Prozent.

Therapie nur bei Beschwerden

Grundsätzlich gilt: Wer unter Blutarmut leidet, sollte sich behandeln lassen. Dann ist die Konzentration an Blutfarbstoff (Hämoglobin) zu gering. Laut WHO beträgt der Normwert bei Frauen mindestens 12 Gramm, bei Männern mindestens 13 Gramm pro Deziliter Blut. Hat jemand Eisenmangel, aber keine Blutarmut, ist eine Behandlung nur bei Symptomen sinnvoll. Denn niedrige Eisenwerte gehen nicht zwingend mit Beschwerden einher. Ausnahme: Studien haben gezeigt, dass müde Frauen im Menstruationsalter von einer Therapie profitieren können, dies auch bei Eisenmangel ohne Blutarmut. Allerdings nur bei einem Ferritinwert deutlich unter 15 ng/ml.

Infusion ist zweite Wahl

Ärzte der Gruppenpraxis Medix empfehlen: Immer zuerst Tabletten verschreiben. Es sei für den Körper verträglicher, die Eisenzufuhr über einen längeren Zeitraum auf mehrere kleine Portionen zu verteilen. Bei den heute oft verschriebenen Infusionen hingegen fülle man das gesamte Defizit nicht selten in ein bis zwei Sitzungen auf. Eisen kann in hoher Dosierung aber toxisch sein und sogar zum allergischen Schock führen. Erst bei Unverträglichkeit oder mangelndem Ferritin-Anstieg bietet sich eine Eiseninfusion an, diese allerdings moderat dosiert.

Darüber hinaus wichtig: Eine Therapie nie auf eigene Faust, sondern immer unter ärztlicher Kontrolle durchführen. Die Symptome eines Eisenmangels sind unspezifisch, und manchmal kann eine andere Ursache dahinterstecken. Deshalb ist eine laborchemische Diagnose notwendig. Zudem sollte das Blut nach mehreren Wochen erneut untersucht werden. Nur so lässt sich feststellen, ob der Eisenspeicher wieder voll ist.

Eisenreiches Essen

Frauen benötigen zirka 15, Männer zirka 10 Milligramm Eisen pro Tag. Diese Mengen lassen sich übers Essen aufnehmen. Gute Lieferanten sind rotes Muskelfleisch oder Leber, Hülsenfrüchte wie Linsen oder Sojabohnen, Nüsse und Samen wie Pistazien oder Sonnenblumenkerne. Zudem verbessern Gemüse und Kräuter wie Brunnenkresse, Petersilie, Zwiebeln. Ascorbinsäure (Vitamin C), gegärte Lebensmittel wie Sauerkraut und organische Säuren (Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte), die Eisenaufnahme. Aber: Wer Eisenmangel mit Symptomen hat, kann ihn nicht durchs Essen wettmachen. Dann braucht es in der Regel zusätzlich Präparate.

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2 Kommentare zu “Wann sind Tabletten oder Infusionen bei Eisenmangel sinnvoll?

  1. Die Tabletten sind für mich nicht wirklich dass wahre da sie extreme Stuhlgangprobleme mit sich brachten die nicjt nur schmerzhaft sondern auch blutig waren.

    1. Guten Tag Herr Ruoss

      Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Was Sie erlebt haben, ist ebenfalls ein Grund, warum man eine Therapie nur unter ärztlicher Kontrolle durchführen sollte.
      Wenn solche Nebenwirkungen auftreten, sollte man sich immer an den behandelnden Arzt wenden.

      Wir hoffen Ihnen geht es inzwischen wieder besser.
      Freundliche Grüsse
      Marlen Stalder

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