Kreislaufkollaps

Kreislaufkollaps: Die plötzliche Blutleere im Kopf

Ein Kreislaufkollaps mutet dramatisch an, ist in den meisten Fällen aber harmlos. Dennoch ist es wichtig, die Ursachen abklären zu lassen.

Kollabierende Besucher sind bei Grossveranstaltungen wie den jetzt wieder stattfindenden Open-Airs ein weitverbreitetes Phänomen. Die Aufregung, seine Lieblingsband live zu erleben, spielt dabei aber eine untergeordnete Rolle. Auslöser sind vielmehr das lange Stehen in grossen Menschenmengen oder engen Räumen. Oder dass bei heissem Wetter vergessen geht, genügend – Antialkoholisches – zu trinken.

Absackender Blutdruck

Oft führen mehrere dieser Faktoren zum Kreislaufkollaps, in der Fachsprache vasovagale Synkope genannt.

«Sie wird durch körpereigene Reflexe ausgelöst und ist nicht zwingend krankhaft», sagt Georg Fröhlich, Kardiologe an der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern.

Drohender Kreislaufkollaps: So hilft man sich selbst

  • Bei ersten Anzeichen: Hinsetzen oder besser noch hinlegen. So wendet man einen Zusammenbruch und den damit verbundenen Sturz mit möglichen Verletzungsfolgen ab.
  • Beine überkreuzen und die Muskulatur stark anspannen. Die «Beinpresse» verhindert, dass Blut in den Beinen versackt und fördert den Blutrückfluss zum Herzen.
  • Nach Möglichkeit auslösende Faktoren wie pralle Sonne, stickige Luft, langes Stehen und schnelles Aufstehen meiden.
Betroffene werden mehrere Sekunden lang ohnmächtig, weil der Blutdruck plötzlich absackt und es im Kopf zu «Blutleere» und Sauerstoffmangel kommt.

Ein solcher Zusammenbruch kündigt sich oft mit Schwindel, kaltem Schweiss und einem aus dem Bauch aufsteigenden Hitzegefühl an. Anfällig sind häufig junge, zierliche Frauen oder grosse, schlanke Männer, weil bei ihnen der Blutdruck, oftmals konstitutionell bedingt, schon tief ist.

Richtige Diagnose

Grundsätzlich gilt: Nach einem Ohnmachtsanfall sollte man immer zum Arzt gehen, vor allem dann, wenn er zum ersten Mal passiert. In den meisten Fällen handelt es sich zwar um eine harmlose vasovagale Synkope. Ursachen können aber auch ernsthafte und behandlungsbedürftige Krankheiten wie Herz-Rhythmus-Störungen, Epilepsie oder Lungenembolien sein.

Zudem kommt es auf die richtige Erste Hilfe an:

Bricht eine Person zusammen, hält die Ohnmacht länger an und ist weder Puls noch Atmung zu spüren: Sofort den Notarzt alarmieren und mit Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Sind Atmung und Puls vorhanden, den Patienten in die stabile Seitenlage bringen. Auch hier immer die Ambulanz rufen.

Darüber hinaus sollte man ein Auge darauf haben, dass sich Zusammenbrechende nicht verletzen. Georg Fröhlich: «Beim unkontrollierten Umfallen ziehen sich besonders ältere Menschen teils erhebliche Verletzungen wie Oberschenkelbrüche oder Hirnblutungen zu.»

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