Kreislauf stärken

Wie bringe ich meinen Kreislauf in Schwung

Seinen Kreislauf anregen und dauerhaft stärken – das geht mit einfachen Methoden. Sich regelmässig bewegen gehört dazu.

Rasches Aufstehen oder wechselhaftes Wetter mit starken Luftdruck- und Temperaturschwankungen: Unser Körper muss immer wieder mit neuen Situationen fertig werden, und normalerweise bereitet ihm dies keine Probleme.

«Sind wir bestimmten Belastungen ausgesetzt, passt das Herz-Kreislauf-System seine Leistung automatisch an», sagt Urs Jeker, Leitender Arzt Kardiologie des Luzerner Kantonsspitals.

Das Herz schlägt schneller, die Blutgefässe ziehen sich zusammen. So sackt der Blutdruck nicht ab, der Kreislauf bleibt stabil.

Den Körper fordern

Essen wie im Süden

Herz und Gefässe gesund und damit den Kreislauf in Schwung halten– dazu gehört ausgewogene Ernährung. Die Schweizerische Herzstiftung empfiehlt hierfür mediterrane Küche: faserreiche Nahrungsmittel wie Gemüse, Salat, Früchte sowie Kohlenhydrate wie Brot, Teigwaren, Kartoffeln, weisse Bohnen. Dazu einfach ungesättigte Fettsäuren (Oliven- oder Rapsöl), wenig tierische Produkte mit gesättigten Fettsäuren. Wichtig zudem:

  • Üppige Portionen meiden.

Genügend Wasser oder ungesüsste Tees trinken. Der Körper braucht Flüssigkeit, damit das Blut zirkulieren kann.

Bei manchen Menschen greifen diese Mechanismen jedoch nicht oder nicht schnell genug, was zu Schwindel, Schwäche oder kurzen Ohnmachtsanfällen führen kann (siehe Blog Kreislaufkollaps). Grundsätzlich gilt: Wer Kreislaufbeschwerden hat, sollte sich untersuchen lassen, um andere Ursachen auszuschliessen. Meistens jedoch steckt keine ernsthafte Krankheit dahinter und die Gegenmittel sind denkbar einfach: «Fordern Sie Ihren Organismus regelmässig mit körperlicher Aktivität», empfiehlt Urs Jeker.

Auf die Sprünge helfen

Sich mehrmals die Woche – am besten draussen – 30 Minuten lang bei mittlerer Intensität bewegen, stärkt Herz und Blutgefässe und sorgt dafür, dass die Kreislauf-Regulation besser funktioniert. Einem untrainierten Organismus fällt es hingegen schwerer, auf neue Erfordernisse zu reagieren. So können schon kleinere Belastungen wie Wetterumschwünge Probleme machen.

Empfehlenswert ist, neben Ausdauer und Koordination Kraft zu trainieren: Urs Jeker: «Eine trainierte Muskulatur unterstützt den Kreislauf und fördert den Blutfluss in den Gefässen.»

Zuerst seinen Arzt fragen

Sich regelmässig Wärme- und Kältereizen aussetzen – auch dies ist ein gutes Mittel, um den Kreislauf anzuregen. Oft werden dafür Saunagänge empfohlen. Doch Vorsicht: Sie können bei tiefem Blutdruck die Beschwerden verstärken. Am besten ist, sich mit seinem Hausarzt abzusprechen.

Wechselduschen zu Hause

Zu Hause lässt sich der Warm-Kalt-Effekt leicht mit Wechselduschen erzielen:

  • Warmes Wasser über die Haut laufen lassen, damit sich die Blutgefässe weiten. Dann mit kaltem Wasser dafür sorgen, dass sich die Blutgefässe wieder zusammenziehen. Wichtig ist, immer mit kaltem Wasser aufzuhören.

Beim guten alten Wassertreten gilt ebenfalls: Im Zweifelsfall oder bei Vorerkrankungen seinen Arzt informieren. Spricht nichts dagegen, kann man eine der Schweizer Kneippanlagen besuchen oder das Prozedere daheim durchführen:

  • Badewanne wadenhoch mit kaltem Wasser füllen. Die Beine abwechselnd ganz aus dem Wasser heben, Fussspitze nach unten (Storchengang). Tritt ein starker Kältereiz ein, aufhören. Abtrocken, mit Wollsocken herumgehen, um sich aufzuwärmen.
  • Auch weitere Kneipp-Anwendungen wie der kalte Armguss, die «Tasse Kaffee des Kneippianers», wirken anregend. Dazu kaltes Wasser ins Waschbecken laufen lassen. Zuerst den rechten, dann den linken Arm bis zur Mitte des Oberarms eintauchen. Herausnehmen, wenn es unangenehm kalt wird, Wasser abstreifen.

Empfehlenswert sind darüber hinaus trockene Bürstenmassagen:

    • An den Füssen beginnen und die Haut mit weicher Bürste zum Herzen hin ein paar Minuten lang massieren.



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