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8 Fragen zu gesunder Haut

8 Fragen von Vera Sohmer an Severin Läuchli, Facharzt FMH für Dermatologie und Venerologie

1. Warum ist Sonnenschutz wichtig für gesunde Haut?

Der Sonnenschutz ist, neben dem Nichtrauchen, eine der wenigen Anti-Aging-Massnahmen, die bewiesen und wirksam sind. UV-Licht ist für die Hautalterung der entscheidende Faktor. Ein Mensch, der viel an der Sonne ist, wird zehn Jahre früher die gleichen Falten haben wie einer, der sich konsequent davor schützt.

2. Haben spezielle Produkte der Kosmetikindustrie einen sichtbaren Effekt für unsere Haut?

Die Wirksamkeit der meisten Produkte ist nicht belegt. Einen gewissen Effekt können sie aber durchaus erzielen. Schon eine normale Feuchtigkeitspflege lässt die Haut ja etwas straffer aussehen. Dann gibt es wirksame Inhaltsstoffe, etwa Vitamin-A-Säure-Derivate. Sie regen die Neubildung der obersten Hautschicht an. Das Gesicht wirkt dadurch glatter. Wir setzen diese Methode vor allem bei Akne ein, aber es wirkt auch gegen Falten.

Severin Läuchli

Severin Läuchli ist Facharzt FMH für Dermatologie und Venerologie (Haut- und Geschlechtskrankheiten). Er ist Oberarzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Daneben arbeitet er an zwei Halbtagen in seiner Privatpraxis in Zürich. Schwerpunkte sind: Geschlechtskrankheiten, operative Dermatologie, Nagelerkrankungen, Nagelchirurgie, Hautkrebsvorsorge, Akne und allgemeine Dermatologie.

3. Kann falsche Hautpflege Schaden anrichten?

Die Folgen von falscher Hautpflege sehen wir in der Dermatologie täglich. Wer sehr trockene Haut hat und dazu vielleicht noch zu Allergien neigt, entwickelt oft Ekzeme. Die Haut entzündet sich, es können sich Bläschen, Krusten oder Schuppen bilden. Aber auch das Gegenteil ist der Fall, mit überfetteter Haut. Daraus können beispielsweise gewisse Akneformen entstehen.

4. Stimmt der Grundsatz „weniger ist mehr“ in der Hautpflege?

Ja, im Grunde reichen ein gutes Reinigungspräparat und eine Feuchtigkeitscreme. Es ist wichtig, die richtige Balance zu finden. Ich würde nach dem Prinzip vorgehen «so viel wie nötig, so wenig wie möglich». Wer trockene Haut hat, wählt eine fettende Pflege. Bei fettiger Haut hingegen kann man darauf verzichten oder eine Lotion auftragen, die weniger rückfettend ist. Bei normaler Haut braucht es im Prinzip gar keine Creme, aber auch keine Seife. Sich nur mit Wasser zu waschen, wäre das Beste, die Haut würde dann in einem natürlichen Gleichgewicht bleiben.

5. Welche Nachteile hat Seife für die Haut?

Sie trocknet die Haut stark aus und lässt die oberste Hautschicht aufquellen; das kann zu Irritationen führen. Besser ist eine synthetische Seife, ein Syndet. Es ist schonender und wird auch mit rückfettenden Substanzen angeboten. Dies aber ist nicht zwingend notwendig.

6. Wie findet man das geeignete Produkt für den eigenen Hauttyp?

Man muss es austesten – so finden Sie am besten heraus, was für Sie passt und was Sie subjektiv als angenehm empfinden. Hautpflege darf Spass machen, es sollte sich gut anfühlen, wenn das Pflegemittel aufgetragen ist.

7. Es gibt Pflegelinien, die sündhaft teuer sind. Lohnt es sich, für Cremes viel Geld auszugeben?

Teuer ist nicht zwingend besser. Die Standardcreme aus dem Grossverteiler kann ebenso gut oder vielleicht sogar besser sein als das 200 Franken teure Produkt mit Goldpartikeln oder Kaviar.

8. Schönheit kommt von innen. Wie kann man die Haut sonst noch jung halten?

Zum Anti-Aging gehört nach meiner Auffassung mehr als eine faltenfreie Haut. Es braucht ein umfassendes Konzept, das uns jünger fühlen und vielleicht jünger aussehen lässt. Einiges können wir mit einer umsichtigen Lebensweise beeinflussen: Bewegung, wenig Alkohol, keine Zigaretten, genügend Schlaf. Gesunde innere Organe und eine ausgewogene Ernährung gehören ebenfalls dazu. Hierzu gibt es bislang zwar keine harten Daten, aber erste Hinweise. Wenn der Körper durch die Ernährung in einem ständigen Entzündungszustand ist, werden mehr freie Radikale produziert, und dies kann die Hautalterung beschleunigen.

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