Tinnitus: ist das heilbar?

Tinnitus: ist das heilbar?

Tinnitus ist belastend und hat er sich erst einmal eingenistet, ist Heilung unwahrscheinlich. Immerhin können Betroffene dann noch lernen, mit den Ohrgeräuschen besser umzugehen.

Es brummt, knackt, pfeift, rauscht oder zischt in den Ohren: Schätzungsweise 800 000 Menschen leiden in der Schweiz unter Tinnitus. Auslöser können Hörstürze sein. Oder Knalltraumen: Der hohe Schalldruck von Feuerwerkskörpern oder nahen Blitzeinschlägen kann die Sinneszellen im Innenohr schädigen. Schäden können auch die weitverbreiteten Schreckgeräte für Marder oder Katzen anrichten – wenn sich deren Töne in einem für Menschen hörbaren Bereich befinden. HNO-Arzt Andreas Schapowal rät deshalb, die Geräte auf mindestens 21 Kilohertz oder höher einzustellen. Tinnitus kann aber auch eine Folge verspannter Kiefermuskulatur sein, hervorgerufen durch nächtliches Zähneknirschen.

Akut oder chronisch

Wann braucht es einen Arzt?

Erfahren Sie mehr über Tinnitus und weitere Ursachen im CSS Gesundheitslexikon.
Fachleute unterscheiden akuten und chronischen Tinnitus. Der akute verschwindet meistens ohne Folgeschäden. Chronisches Pfeifen oder Rauschen hält hingegen länger als drei Monate an und wird von einem weiteren Phänomen begleitet: «Das Geräusch entsteht im Gehirn, obwohl eine Schädigung im Ohr nicht mehr nachgewiesen werden kann», erläutert Rahul Gupta, Psychiater und Chefarzt der Tinnitusklinik in Chur. Was aber nicht heisst, dass sich Betroffene alles nur einbilden; sie haben vielmehr ein Wahrnehmungsproblem. Während das Gehirn versucht, die Störung auszugleichen, wird die Aktivität in der Hörbahn verstärkt und dies nehmen Patienten dann als Ohrgeräusch wahr. Warum dieses insbesondere bei Stress oder psychischer Belastung als lauter empfunden wird, ist nicht eindeutig geklärt. Es könnte daran liegen, dass der Störungsausgleich im limbischen System passiert. Es ist für die Gefühlswelt zuständig.

Therapie hilft, mit Tinnitus zu leben

Klar indessen ist: Chronischer Tinnitus kann extrem belastend sein und Patienten in die Verzweiflung treiben. Dies ist bei rund 8000 Betroffenen in der Schweiz der Fall. Rahul Gupta rät dann zu einer Therapie, wenn die Ohrgeräusche die Lebensqualität stark beeinträchtigen, Beruf, Familie und Hobbys darunter leiden. Ziel sei nicht, den Tinnitus loszuwerden, was ohnedies nur in Ausnahmefällen gelingt. Patienten sollen bei einem mehrwöchigen stationären Aufenthalt lernen, die negative Wahrnehmung umzulenken, sich ans Geräusch zu gewöhnen und so im Alltag wieder besser klarzukommen.

Die Behandlung besteht meistens aus verschiedenen Elementen: Entspannungstechniken, kognitive Verhaltenstherapie, alternative Heilmethoden wie Akupressur. «Ein Grossteil der Patienten fühlt sich danach besser», sagt Rahul Gupta. Auf Dauer werden sie mit dem ungebetenen Gast im Ohr aber nur dann besser leben, wenn sie die gelernten Übungen auch daheim konsequent anwenden.

15 Kommentare zu “Tinnitus: ist das heilbar?

  1. Guten Tag,wenn ich das Lese von dem Tinnitus,dann denke ich nur ;Mit dem Leben.Das kann nur jemand schreiben der es nicht hat.Dann….wegen den Terapien,das meiste Zahlt die CSS ja sowieso nicht von der Grundversicherung,und ein Zusatz kann man grag vergessen.Das macht auch Stress und hilft nicht für Heilung.

    1. Ob eine Therapie bezahlt wird, hängt tatsächlich stark vom Einzelfall ab. Am besten sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt ab, er wird mit Ihnen schauen, wie Sie vorgehen können.

      Freundliche Grüsse
      Marlen Stalder

  2. habe dieses Geräusch seit etwa 10 Jahren wegen heruntergefallenen Metallstangen aus etwa 4m
    es ist nicht heilbar und man gewöhnt sich daran,nur wenn man aufmerksam wird oder dieses liest kommt es zum Vorschein.
    man kann trotzdem gut leben.

  3. Tinnitus ist oft mit Hochtonhörverlust verbunden. Als ehemaliger Hörgeräte-Akustiker hatte ich oft Kunden, bei denen der Tinnitus mit dem Tragen von Hörgeräten erträglicher wurde oder kaum mehr wahrgenommen wurde. Ich bin selber betroffen und trage mit Erfolg 2 Hörgeräte. Nur ein Hörgerät bringt mir nichts, da ich den Tinnitus im Gegenohr verstärkt wahrnehme.

  4. Ich hatte einen Tinnitus nach einem Unfall mit einem falsch eingestellten Schreckgerät. Den wirklich sehr lauten Tinnitus um etwa 10 KHz (auch bei Rushhour Verkehrslärm noch bestens hörbar) hatte ich mehrere Monate lang… so laut, dass ich kaum noch arbeiten konnte. Eine Sauerstofftherapie unter Druck hat mir geholfen. Der Tinnitus ist weg… ganz. Enjoy the silence…

  5. Ich habe seit 5 Jahren einen Tinnitus beidseits und habe alles Mögliche ausprobiert, wie zB Ginkgo. Leider ohne Erfolg. Schliesslich hat mir mein Arzt die Neuraltherapie empfohlen und ich habe mir 2 Jahre Spritzen mit Procain machen lassen im Gesicht. Das verhalf jeweils kurz zu einer Verbesserung, aber leider war diese nicht von Dauer. Nun mache ich gar nichts mehr. Zeitweise bleibt er weg, aber dann ist er wieder in voller Intensität da, was sehr nervig ist. Man muss lernen damit zu leben.

  6. Ich habe den Tinnitus schon mehrere Jahre, zuerst nur im linken Ohr, seit längerer Zeit rauscht der ganze Kopf, man gewöhnt sich daran, aber dann stört es richtig, habe viel Geld für Wundergeräte und Mitteli ausgegeben, genützt hat es leider nichts. Am besten geht es wenn man irgend etwas macht, beim Autofahren stört es mich am wenigsten. Musik mit Kopfhörer hilft auch die Geräusche zu verdrängen. Frieden schliessen mit dem Tinnitus kann ich nicht, aber verdrängen und verachten.

  7. Ich leide seit ca. 15 Jahremit diesem Tinitus. Habe in der Uniklinik Zürich mit einer Spezialistin (Professorin für Ohrenleiden) den verdammten Tinitus therapiert. Nach diesen 6 Sitzungen hatte ich gelernt, mit dem
    Tinitus „Frieden“ zu schliessen, funktioniert bis jezt prima.

  8. Habe Tinnitus über 30 Jahr. Nehme keine Tabletten, meistens kann ich es verdrängen das rauschen und pfeifen. Es ist unangenehm aber Hilfe brauche ich deswegen nicht.Es ist eine Einstellungssache.

  9. Habe Tinnitus bald 40 Jahre. Bei mir sind es Kopfgeräusche, nicht Ohrgeräusche. Es wurde mir sofort klar, dass ich mit diesem Problem leben müsste. Habe mir gesagt dass Tinnitus und ich Freunde wäre, wir müssten mit einander auskommen. Das ist gut gelungen. Stört mig ¨berhaupt nicht. Prostan habe ich nicht „getestet.“ Werde es tun, rechne aber nicht damit dass es wirkt. Danke für einen guten Bericht.

  10. Ich habe das Pfeifen schon über 15 Jahre. Manchmal mehr und manchmal weniger. Aber es ist immer ein Geräusch in den Ohren. Sehr unangenehm und störend bei mir vorallem beim Einschlafen. Aber man muss halt Leben mit dem Tinitus, ob man will oder nicht. Therapie brachte leider nichts. Ab und zu, wenn es sehr stark pfeift, könnte ich die Wände hoch gehen.

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