Wie viel Schlaf ist gesund?
(Gettyimages)

Wie viel Schlaf ist gesund?

Wie viel Schlaf braucht ein Mensch? Pauschal lässt sich dies nicht beantworten. Denn die Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich.

Das Gute gleich vorweg: Auch wenn wir mal eine Nacht fast ohne Schlaf haben, wirft uns das nicht aus dem Lebenskonzept und wir können den Arbeitstag problemlos überstehen. Zur Regel sollten kurze Nächte und lange Tage jedoch nicht werden. Wer dies trotzdem tut, setzt gemäss dem deutschen Schlafforscher Jürgen Zulley seine Gesundheit ernsthaft aufs Spiel. «Zu wenig Schlaf macht alt – körperlich, geistig und seelisch», so Zulley. Aber wie viel Schlaf braucht denn der Mensch wirklich, um nicht in diese unerfreuliche Krankheitsspirale zu geraten?

Jeder Mensch hat ein anderes Schlafbedürfnis

Rein statistisch gesehen, schlafen wir rund sieben Stunden pro Nacht. Das heisst jedoch nicht, dass sich alle Menschen diese Zahl als Regelgrösse verinnerlichen sollten. Die Schlafbedürfnisse sind nämlich von Person zu Person verschieden und schwanken zwischen sechs und zehn Stunden. Aber nicht unbedingt die Anzahl Stunden, die wir schlafen, ist in erster Linie zentral, sondern wie wir uns am folgenden Tag fühlen.

So gesehen, muss jeder Mensch seine individuelle Schlafdauer selber herausfinden. Auch sollte man sein Schlafbedürfnis nicht übertölpeln und sich ein anderes Schlafverhalten antrainieren. Denn es gibt nun mal Kurz- und Langschläfer – genauso, wie es blonde und braunhaarige Menschen gibt.

Das Schlafbedürfnis wandelt sich mit dem Alter

So individuell die Schlafbedürfnisse jedes einzelnen Menschen sind, so stark wandeln sie sich im Verlauf unseres Lebens. Während neugeborene Babys rund 16 Stunden am Tag schlafen, liegt das Schlafbedürfnis von Kindern zwischen fünf und zehn Jahren bei neun bis elf Stunden. Bis ins Alter sinkt die Schlafdauer kontinuierlich. Wer also als Siebzigjähriger nach sechs oder gar fünf Stunden aufwacht, braucht sich in der Regel keine Sorgen zu machen. Denn die «senile Bettflucht» entspricht letztlich einer normalen Entwicklung im Verlauf eines Lebens. Ruhig Blut also – hier müssen wir alle einmal durch.

Gibt es Morgen- und Abendmenschen?

Es gibt sie tatsächlich, die typischen Morgen- oder Abendtypen –  Lerchen und Eulen. Während sich die Eule höchst ungern bereits morgens um sechs Uhr aus dem Bett schält, ist die Lerche bereits zur Höchstform aufgelaufen. Gemäss dem deutschen Schlafforscher Jürgen Zulley sind aber bloss 15 Prozent der Bevölkerung eindeutig dem einen oder anderen Typus zuzuordnen. Der ganze Rest gehört zum breiten Mittelfeld der Normalschläfer. Gemäss Zulley geben die Gene vor, ob jemand als Eule oder Lerche durchs Leben geht. Allerdings spielen auch das Alter sowie die Lebensumstände eine gewichtige Rolle.

Was bringt der Mittagsschlaf?

Unser Körper schaltet um die Mittagszeit auf Sparflamme – das berühmte Mittagstief ist biologisch im Körper angelegt und vergleichbar mit dem Körperzustand in der zweiten Nachthälfte. Es wäre also das Natürlichste auf der Welt, seinem Biorhythmus zu folgen und sich für ein Nickerchen hinzulegen.

Mittagsschläfer sind am Nachmittag nachweislich produktiver. Zahlreiche Studien haben den gesundheitsfördernden und leistungssteigernden Effekt nachgewiesen. Es braucht allerdings eine gewisse Übung und Regelmässigkeit, um abschalten zu können.

Der Mittagsschlaf sollte auf keinen Fall länger als 30 Minuten dauern, da man sonst in den Tiefschlaf fällt und das Aufstehen zur Tortur wird. Einen besonderen Tipp hat der Schlafforscher Jürgen Zulley für Menschen ohne Weckmöglichkeit auf Lager: Vor dem Nickerchen eine Tasse Kaffee trinken. Da das Koffein erst nach 30 Minuten wirkt, stört es nicht beim Einschlafen, macht aber pünktlich wach.

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