Sport

Sport und Asthma – ein Widerspruch?

Wer unter Asthma leidet, sollte erst recht Sport treiben. Die körperliche Betätigung hilft, Symptome zu lindern.

Die einstige Weltklasseläuferin Anita Weyermann hat eindrucksvoll bewiesen: Asthma ist kein Hindernis für sportliche Höchstleistungen. Noch an der Cross-Weltmeisterschaft 1995 brach sie im Ziel zusammen – und erfuhr danach, dass sie an Asthma leidet. Mit der richtigen Behandlung bekam sie das Problem in den Griff und katapultierte sich bereits zwei Jahre später über die Mittelstreckendistanz an die Weltspitze.
Wenn also eine Asthmatikerin sportliche Spitzenleistungen erbringen kann, schadet eine einfache, regelmässige körperliche Betätigung erst recht nicht, im Gegenteil: Ausdauersportarten wie Schwimmen, Rudern, Joggen oder Velofahren stärken die Lungenfunktion und verringern somit die Gefahr eines Anfalls.

Asthma bei KindernEine falsche Annahme

In der breiten Bevölkerung herrscht aber noch immer die Ansicht vor, Sport und Asthma seien ein Widerspruch. «Vor allem Kinder mit Asthma bewegen sich aus Angst vor Atemnot oft zu wenig», sagt Barbara Weber, Mediensprecherin der Lungenliga Schweiz. Ein Teufelskreis: Weil ihnen als Folge davon das Vertrauen in die eigene körperliche Leistungsfähigkeit fehlt, meiden sie Anstrengung erst recht. Für Kinder mit Asthma ist es also elementar, dass sie in ihrem Bewegungsdrang gefördert werden – anstatt wie früher vom Turnunterricht dispensiert zu werden und den anderen Kindern zuschauen zu müssen. Lungenliga Schweiz

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Sport treiben unterstützt die Betroffenen nicht zuletzt darin, das Asthma in Eigenregie besser unter Kontrolle zu haben. «Wer sich körperlich betätigt, nimmt seinen eigenen Körper besser wahr. Das wiederum hilft, Anzeichen einer Verschlechterung frühzeitig zu erkennen», so Barbara Weber.
Beim so genannten «Anstrengungsasthma» droht ein Anfall, wenn der Betroffene die Grenze seiner Leistungsfähigkeit erreicht hat. Asthmatiker, die sich körperlich kaum betätigen, erleiden im schlimmsten Fall bereits beim Treppensteigen einen Asthmaanfall. Jene, die sich fit halten, verschieben entsprechend ihre Leistungsgrenze nach oben. Nicht trotz, sondern wegen des Asthmas ist Sport also empfehlenswert.

Auf Körper und Wetter achten

Grundsätzlich stehen Asthmatikern bei entsprechender medizinischer Behandlung alle Sportarten offen – ausser Tauchen, da das Einatmen von kalter und trockener Luft Asthmaanfälle provoziert. Generell sollten Asthmatiker also auf das Wetter und die klimatischen Bedingungen achten. «Wichtig ist, dass Asthmabetroffene auf ihren Körper hören, und dass sie beim Sport immer ein bronchienerweiterndes Notfallmedikament dabei haben», so Barbara Weber. Jedes Training sollte mit einem leichten Aufwärmen beginnen, anstatt gleich zu Beginn ans Limit gehen zu wollen. «Wer sich und sein Asthma richtig einschätzt und die Symptome gut kennt, kann Atemnot vorbeugen und im Notfall richtig reagieren.»

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