Gift geschluckt
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Gift geschluckt – wer hilft?

Noch nie sah sich das Schweizerische Tox-Zentrum mit so vielen Anfragen konfrontiert wie 2014. Insgesamt suchten 37’419 Personen Rat. Gerade bei Kindern sind oft Haushaltprodukte – etwa Putzmittel – für Vergiftungen verantwortlich.

145

Wer in der Schweiz eine Frage zum Thema «Gift» hat, kommt um eine Telefonnummer nicht herum: 145. Seit dem 1. Januar 2015 hat das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum einen neuen Auftritt und einen neuen Namen: Tox Info Suisse. «Mit dem zeitgemässen Auftritt wollen wir die Bekanntheit unserer Institution und ihrer Notfallnummer 145 steigern», sagt Direktor Hugo Kupferschmidt im Gespräch mit dem CSS Magazin.

Rekordzahl an Anrufen

Wie wichtig die telefonische Beratung auch im Internet-Zeitalter noch immer ist, zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2014. 37’419 Mal riefen Privatpersonen, aber auch Ärzte und Spitäler die «Giftnummer» 145 an. Hier finden die Anrufenden rund um die Uhr Hilfe von Fachpersonen. 92 Prozent der Anfragen erfolgten aufgrund eines Giftkontaktes, während 8 Prozent vorsorglicher Natur waren. Allerdings nimmt die Zahl der vorsorglichen Anfragen kontinuierlich ab, «weil Antworten auf theoretische Fragen immer häufiger im Internet gesucht und auch gefunden werden», so Hugo Kupferschmidt. Dass gleichzeitig die Zahl der Anfragen aufgrund eines tatsächlichen Giftkontaktes seit Jahren steigt, ist laut dem Direktor einerseits auf die Bevölkerungszunahme zurückzuführen. «Andererseits nimmt die Zahl der Vergiftungsfälle effektiv zu.»

Viele Selbstvergiftungen

Schaut man sich die detaillierten Vergiftungszahlen 2013 (die Detailzahlen 2014 liegen ab August vor) genauer an, fällt auf, dass weit mehr als ein Drittel der Fälle auf Medikamente zurückzuführen ist. In 27 Prozent der Fälle waren Haushaltprodukte für eine Vergiftung verantwortlich, in acht Prozent Pflanzen. Vergiftungen durch Tiere wurden 356 gezählt, vor allem durch Reptilien, Insekten und Spinnen. Auffallend hoch ist schliesslich die Zahl beabsichtigter Vergiftungen: Insgesamt wurden gemäss Jahresbericht 3470 Suizidversuche registriert und 572 Fälle, in denen Drogen die Ursache waren.

Tox Info Suisse

 

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