(evigwerderphotographie.ch / Evi Gwerder)

So wird heute Schwimmen gelernt: Tipps der Expertin zur Kurswahl

Den hektischen Alltag vergessen, das Element Wasser kennen lernen und sich wohl fühlen. Viele Eltern geniessen die gemeinsame Zeit im Baby- und Kleinkindschwimmen und die etwas grösseren Kinder freuen sich auf die ersten Schwimmzüge ohne fremde Hilfe. Doch was ist wichtig bei der Wahl des Kurses? Nadja Winter-Zeller, Inhaberin der Schwimmschule Gumpifrosch und Mutter von drei Kindern gibt wertvolle Tipps.

Was ist wichtig bei der Wahl des Anbieters?

Informieren Sie sich auf der Website der Schwimmschulen, fragen Sie nach Erfahrungen in Ihrem Umfeld und suchen Sie den persönlichen Kontakt zum Schwimmleiter. Diese Punkte sind wichtig:

  • Sinnvolle Gruppengrösse
    Elternkind-Kursen (ElKi): 6-12 Eltern-Kind-Paare abhängig von der Badgrösse
    Kinderkurse: maximal 5-7 Kinder (Nichtschwimmer) bzw. 8-10 Kinder (Schwimmer) pro Kursleiter
  • Optimale Wassertemperatur
    Säuglinge bis 1 Jahr: 32-34°C
    Kleinkinder: 30 °C
  • Dauer der Lektion
    Säuglinge: 30 Minuten
    Kleinkinder ab 3 Jahren mit Eltern: bis 40 Minuten
    Kindergartenkinder ohne Eltern: 30-40 Minuten
    Schulkinder: 45 Minuten
  • Kursleitung
    Welche Ausbildung haben die Kursleiter? Welche Weiterbildungen werden besucht? Swimsports.ch, Swissswimming und J&S sind fundierte Ausbilder in der Schweiz.
    Kann der Kursleiter auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen?
  • Probelektion
    Es lohnt sich nach Möglichkeit eine Probelektion zu machen oder eine Lektion zu beobachten.

Auf das fremdbestimmte Untertauchen (unter Wasser ziehen/drücken) sollte aus gesundheitlichen und psychologischen Gründen verzichtet werden. Ich empfehle Ihnen, generell nur bei Übungen mitzumachen, bei denen Sie sich wohl fühlen. Ein guter Kursleiter hat dafür Verständnis. Übrigens, die grössten Schwimmschulen sind nicht immer die Besten. Es lohnt sich, genau hinzuschauen.

Welches Alter ist ideal für den Start?

  • Babyschwimmen: Frühestens 4 Monate nach der Geburt
    Das Kind stützt seinen Kopf selbständig für mehrere Minuten, friert weniger schnell und das Immunsystem ist bereits weiter entwickelt. Bei Frühgeburten gilt der errechnete Geburtstermin.
  • Kinderschwimmkurs ohne Elternbegleitung: ab Kindergartenalter
    Das Kind sollte keine Angst vor dem Wasser haben, das Gesicht ins Wasser tauchen und selbständig Duschen können. Zur Vorbereitung empfehle ich den Besuch eines Eltern-Kind-Kurses für Kleinkinder.

Mein Kind hat Angst vor Wasser, wie kann ich helfen?

  • Zeit lassen! Laufen lernt man auch nicht in 10 mal 30 Minuten.
  • Angst ernst nehmen! Mit Aussagen wie z.B. „das ist doch nicht so schwierig“ wird meistens nur das Gegenteil erreicht und das Kind wird noch stärker entmutigt.
  • Optimale Rahmenbedingungen schaffen: Freude am Wasser schaffen, Phantasie und Interessen des Kindes ins Wasser bringen.
  • Motivation: Als dreifache Mutter verstehe ich die Ungeduld. Doch der Grat zwischen Ermutigen und Drängen ist sehr schmal. Das Kind soll IMMER selber entscheiden dürfen, ob es eine Übung ausführen will oder nicht.

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Ihr Kind ist gerne im Wasser, will aber nicht schwimmen?

Lassen Sie Ihrem Kind genügend Zeit, Raum und Möglichkeiten, denn Schwimmen lernen sollte in erster Linie Freude bereiten. Nach einem Zauberstab oder einem selbst angemalten Stein taucht es sich viel leichter, als nach einem langweiligen TauchtellerDas Kind soll möglichst viel Spass haben und gar nicht merkten, dass es ums Lernen geht.

Nach welchen Grundsätzen unterrichten Sie bei Gumpifrosch? Was zeichnet Sie aus?

Bei Gumpifrosch steht der Spass im Fokus. Ich unterrichte Kinder von 4 Monaten bis 7 Jahre in Kursen mit und ohne Elternbegleitung. Alle meine Kurse bauen auf Freude am Wasser auf. Die Übungen werden in viele Spiele, Lieder und Abenteuer verpackt. Zudem verrate ich den Eltern Tipps und Tricks rund um das Thema Schwimmen lernen und bringe den Kindern die Wasserregeln näher.
In meinen Kursen wird NICHT fremdbestimmt getaucht, d.h. es werden keine Kinder unter Wasser gedrückt oder gezogen. Ich bin der Meinung, dass das Tauchen viel besser vom Kind selbst(bestimmt) erlernt wird. Dies ist frühestens ab ca. 1 ½ Jahren möglich.

Was kann eine Versicherung wie die CSS unternehmen, um die Gesundheit der Menschen bewusst zu fördern?

Ich bin gelernte Pharma-Betriebsassistentin. In den kommenden Jahren werden immense Kosten im Gesundheitssystem auf uns zukommen. Deshalb macht es Sinn bereits den Kindern und ihren Eltern ein gutes Gesundheits- und Körperverständnis aufzuzeigen. Im Bereich Ernährung und Bewegung sehe ich viel Potenzial. Als Familienfrau weiss ich aber auch, wie wertvoll ein finanzieller Beitrag an die Nutzung gesundheitsfördernder Angebote ist. Ich freue mich sehr, dass die CSS dies schon heute umsetzt.

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