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Braucht mein Kind Leitplanken?

Kinder und Jugendliche, die stundenlang am Computer gamen, der Welt via Facebook ihre Befindlichkeit mitteilen oder unaufhörlich auf dem Smartphone herumtippen – Situationen, die viele Eltern herausfordern. Deshalb lädt die CSS die Bevölkerung zu einer Veranstaltungsreihe ein.

Kinder und Jugendliche wachsen in einer Mediengesellschaft auf. Der Umgang mit den neuen Medien ist für sie alltäglich – so alltäglich und intensiv, dass sich viele Eltern besorgt fragen, ob das wirklich normal sei. Nicht selten führt das Thema im Familienalltag denn auch zu Spannungen oder gar Streit. Die CSS nimmt dies zum Anlass, um in enger Zusammenarbeit mit der Pro Juventute auf die Thematik einzugehen. Unter dem Titel «Kinder und neue Medien – wie können Eltern damit umgehen» führt sie in der ganzen Schweiz insgesamt neun öffentliche Veranstaltungen durch.

Entwicklungsaufgaben wahrnehmen

Gemäss Laurent Sédano, Programmverantwortlicher der Pro Juventute, spielt die Nutzung neuer Medien eine wichtige Rolle in der Entwicklung der jungen Generation: «Es geht darum, Kontakte aufzubauen und zu pflegen, seine Persönlichkeit zu entwickeln und letztlich seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Dabei werden stets auch neue Grenzen ausgelotet. » Und er zieht eine Analogie: «Wenn Junge heute im Versteckten auf ihrem Smartphone einen Sexfilm schauen, tun sie nichts anderes als frühere Generationen, die trotz Verbot der Eltern heimlich am Kiosk den Playboy gekauft haben.»

In der Familie thematisieren

So selbstverständlich die Nutzung neuer Medien für Kinder und Jugendliche ist, so wichtig ist es, dass ihre Eltern die Thematik im Familienalltag regelmässig diskutieren. Erst recht, weil Eltern der Entwicklung der modernen Mediengesellschaft oft einen Schritt hinterherhinken. «Das führt häufig zu Unsicherheiten und Spannungen », so Laurent Sédano. Die Veranstaltungen der CSS sollen mithelfen, ein dringendes Thema aufzugreifen und Eltern dafür zu sensibilisieren. «Je mehr Eltern über neue Medien und den Umgang mit ihnen wissen, desto medienkompetenter können sie die Erziehung ihrer Kinder in diesem Bereich ausgestalten.» Salopp ausgedrückt schmeisse man heute der Jugend eine Unmenge von Informationen und Inhalten vor die Füsse. Genau hier müsse die Medienerziehung der Eltern ansetzen – im Sinne eines wohlwollenden Austausches über Medien und deren Gebrauch. «Dies ermöglicht es den Jugendlichen, die Chancen und Risiken der neuen Medien zu erkennen und die notwendige Selbstdisziplin zu entwickeln.» Ziel müsse es sein, letztlich einen gemeinsamen Nenner und damit gewisse Leitplanken zu definieren. Gleichzeitig warnt Laurent Sédano aber vor Illusionen: «So verschieden wie die Charakteren der Jugendlichen sind, so unterschiedlich muss die Medienerziehung ausgestaltet werden. Es gibt keine Regel, die für alle Gültigkeit hat.» Deshalb möchte die CSS zusammen mit der Pro Juventute die Eltern beim Aushandeln dieser Regeln unterstützen und sie ermuntern, diese Aufgabe mit Freude anzugehen.

Die Veranstaltungsreihe der CSS startet im September und ist öffentlich. Die Durchführungsorte sowie die detaillierten Angaben finden sie hier.

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