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Blutdruck: Was ist normal?

Blutdruckwerte und Bluteisengehalt – das sind zwei wichtige Parameter, wenn es um die Gesundheit geht. Doch was noch normal und schon krankhaft ist, darüber streiten Fachleute. Internist Pierre-Alexandre Krayenbühl liefert Eckdaten – und sagt, wann welche Behandlungen sinnvoll sind.

cssm_3_2016_dfi_dr_krayenbuehl_blut_740x418pxPierre-Alexandre Krayenbühl ist Chefarzt der Klinik Medizin des Spitals Linth.
Herr Krayenbühl, alle reden vom Blutdruck, aber welche Aufgabe er hat, wissen wohl wenige. Erklären Sie es doch bitte.
Das Blut muss unter Druck stehen, damit es durch die Blutgefässe zu den Organen und Geweben fliessen kann. Dafür sind zwei Mechanismen wichtig, die sich beim Blutdruckmessen abbilden lassen: Der obere oder systolische Wert entsteht dadurch, dass sich das Herz zusammenzieht. Der Druck in den Gefässen ist dann am höchsten – beim Messen, wenn die Manschette prall aufgeblasen und der Piepton erstmals zu hören ist. Beim unteren oder diastolischen Wert entspannt sich das Herz, der Druck in den Gefässen ist am niedrigsten. Die Masseinheit für diese Werte wird in mmHg, angegeben, das bedeutet „Millimeter Quecksilbersäule“.

Bald zu wenig Blut?

Fast alles kann heute künstlich hergestellt werden. Blut jedoch nicht. Deshalb braucht es immer wieder neue Spenderinnen und Spender. In der Schweiz wurden vergangenes Jahr 311’317 Blutspenden registriert. Ist Blutspenden noch nötig?

Welche Blutdruckwerte gelten heute als normal?
Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Sind die Werte über 140/90, spricht man von Bluthochdruck, Hypertonie. Bei dieser Definition kommt es aber immer darauf an, welcher Bevölkerungs- oder Risikogruppe jemand angehört. Bei betagten Menschen können Werte um 140/90 knapp sein, das heisst, zu Schwindel und Stürzen führen. Bei einem Diabetiker hingegen ist es wichtig, den Blutdruck unter diesen Wert einzustellen, weil sein Herz durch die Zuckererkrankung einem höheren Risiko ausgesetzt ist.

Bluthochdruck allein ist noch kein Indiz dafür, schwer am Herzen oder an einem anderen Organ zu erkranken?
Hochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor, aber nicht der einzige. Familiäre Vorbelastung gehört ebenso dazu wie Blutfettwerte oder das Rauchen.

Die erwähnten Diabetes: Wann sollte Blutdruck darüber hinaus behandelt werden?
Es empfiehlt sich dann, wenn er über Monate oder gar Jahre anhält, weil sich so Folgeerkrankungen wie Gefässverkalkung oder Schlaganfall vorbeugen lässt.

Blutgruppe

Und wie wird behandelt?
Bevor ein Arzt Medikamente verschreibt, sollte er immer auch nach den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten fragen. Übermässiger Alkohol- oder Salzkonsum kann ebenso zu erhöhtem Blutdruck führen wie gewisse Schmerztabletten. Gewohnheiten zu ändern, kann sich günstig auswirken. Ich hatte einmal einen Patienten, der während der Autofahrt immer eine Packung Salzstangen knabberte. Als der damit aufhörte, sank sein Blutdruck deutlich. Werden Medikamente verschrieben, sollte sich der Patient bewusst sein, dass diese zeitlebens nötig sind.

Spürt man es selbst, wenn der Blutdruck zu hoch ist?
Gewisse Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Ohrensausen kann es geben. Das Tückische aber ist, dass Bluthochdruck in aller Regel nicht zu spüren ist und keine Beschwerden verursacht.

Jemand, der sich fit und gesund fühlt, kann zu hohen Blutdruck haben?
Ja, deshalb empfiehlt es sich, den Blutdruck gelegentlich beim Hausarzt messen zu lassen. Für eine sichere Diagnose muss aber mehrmals in Ruhe gemessen werden – auch zu Hause. Beim Arzt sind die Werte oft höher wegen des „Weisskitteleffekts“. Zudem sind gewisse Schwankungen im Tagesverlauf normal.

Was raten Ärzte bei zu niedrigem Blutdruck?
Er stellt grundsätzlich kein Gesundheitsrisiko für Herz und Kreislauf dar, das ist die gute Nachricht. Gleichwohl kann niedriger Blutdruck Beschwerden wie Schwindel verursachen. Meistens hilft es, langsam aufzustehen. Wichtig ist zudem, genügend Flüssigkeit aufzunehmen, und hier darf es auch Salzhaltiges wie Gemüsebrühe sein.

Bluthochdruck? Mit gezielter Beratung den Druck senken und das Risiko senken

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