Blähungen: Warum es rumort im Bauch

Blähungen: Warum es rumort im Bauch

Blähungen sind lästig und manchmal peinlich. Abhilfe schaffen meistens einfache Mittel. Massvoll geniessen gehört dazu.

In früheren Zeiten gehörte es nach ausgiebigen Mahlzeiten zum guten Ton, seinen Körpergeräuschen freien Lauf zu lassen. Heute hingegen gelten Darmwinde als unanständig, weshalb wir verklemmt damit umgehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das aber ist falsch, denn was nach draussen darf, kann drinnen kein Unbehagen mehr anrichten.

Blähungen sind oft selbst gemacht. Anstandsregeln sind ein Grund dafür. Aber auch andere ungesunde Angewohnheiten im Alltag: in aller Eile etwas hinunterschlingen oder zu üppige Portionen und dazu noch schwer Verdauliches verdrücken. Hier helfen schon ein paar Verhaltensänderungen, damit es der Bauch leichter hat (siehe Box).

Normaler Vorgang

Dass Darmgase wie Kohlendioxid, Methan oder Schwefelwasserstoff entstehen, ist eigentlich ein normaler und natürlicher Vorgang. Darmbakterien zersetzen jene Bestandteile der Nahrung, die wir nicht verdauen können, Ballaststoffe zum Beispiel. Als Abfallprodukte entstehen Gase. Ein Teil davon sucht sich den Ausgang durch die «Hintertür».

Erst, wenn übermässig viele dieser Gase ins Freie drängen, sprechen Fachleute von Blähungen oder Flatulenzen. Oder von Meteorismus, einem vorgewölbten Blähbauch, der zudem blubbernde und gurgelnde Geräusche von sich gibt. Beides kann das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Erst recht, wenn die Beschwerden sich praktisch nach jedem Essen einstellen.

Unverträglichkeiten

Es kann sich dann um eine Funktionsstörung wie das Reizdarm-Syndrom. Unverträglichkeiten auf Gluten oder bestimmte Zuckerverbindungen wie Fruktose oder Sorbit können ebenfalls dahinterstecken. Diese landen unverdaut im Dickdarm und werden dort von Bakterien vergoren. Darauf reagieren manche Menschen mit Krämpfen, Völlegefühl – und übermässig vielen Darmgasen. Betroffenen hilft hier eventuell das neue Fodmap-Konzept. Ernährungsfachleute spüren damit die Auslöser auf und schlagen verträglichere Lebensmittel vor.

Häufig lässt im Laufe des Lebens zudem die Verdauungskapazität nach. Es wird dann beispielsweise zu wenig von jenem Enzym produziert, das Milchzucker (Laktose) verdaut. Ob man unter einer Laktose-Intoleranz leidet, lässt sich mit einem Wasserstoff-Atemtest feststellen. Ist dies der Fall, kann es oft schon helfen, auf Milch zu verzichten und nur noch verträglichere Milchprodukte wie Joghurt oder Käse zu essen.

Alarmzeichen

Grundsätzlich gilt: Wenn Blähungen häufig vorkommen und zunehmend belastend werden, ist eine Abklärung sinnvoll. Organische Ursachen wie eine chronische Bauchspeicheldrüsen-Entzündung sind zwar selten. Aber wenn Schmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl oder fehlender Appetit mit Gewichtsverlust hinzukommen, kann dies ein Alarmzeichen sein.

 

Was gegen Blähungen hilft

  • Anis-, Fenchel- oder Kümmelsamen ins Essen mischen oder daraus Tees zubereiten. Ingwer und Pfefferminze haben ebenfalls lindernde Wirkung.
  • Blähende Lebensmittel wie Lauchgewächse, Kohl, Hülsenfrüchte, Steinobst und Produkte mit Süssstoffen meiden.
  • Stattdessen verträgliche Lebensmittel wie weisser Reis, geschälte Kartoffeln, Bananen, gekochte Zucchetti und gekochte Rüebli wählen.
  • Fettige Speisen massvoll geniessen.
  • Keine zu grossen Mengen essen, aufhören, wenn man satt ist.
  • Regelmässig essen, sich dafür Zeit nehmen, gründlich kauen.
  • Keine Getränke mit viel Kohlensäure.
  • Nach dem Essen einen kleinen Verdauungsspaziergang machen.
  • Bei Beschwerden: Wärmeflasche auf den Bauch legen oder warme Wickel machen.
  • Bauch im Uhrzeigersinn mit kreisenden Bewegungen leicht massieren. Was sich bei Babys bewährt hat, tut auch Erwachsenen gut.
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