Augenleiden
(Thomas Zimmermann)

Augenleiden – wie kann ich vorbeugen?

«In ihm spiegelt sich von aussen die Welt, von innen der Mensch», sagte Johann Wolfgang von Goethe über das Auge. Mit steigendem Alter steigen aber die Risiken für Augenkrankheiten. Doch man kann auch etwas dagegen tun.

Das Auge ist ein komplexes Organ, das es dem Menschen ermöglicht, sich im täglichen Leben zurechtzufinden. Doch Augenanatomie oder altersbedingte Veränderungen führen oft zu Fehlsichtigkeiten, die nicht beeinflusst werden können. Zwar gewährleisten Brille und Kontaktlinsen korrektes Sehen und damit mehr Sicherheit, sei es im Beruf oder im Strassenverkehr. Allerdings kann man das Auge dadurch nicht «verwöhnen». Vielmehr gilt es, die Augen – wie den übrigen Körper – durch eine gesunde Lebensweise zu stärken und zu unterstützen.

Zunehmendes Risiko von Augenleiden im Alter

Faktum aber ist: Je älter ein Mensch wird, desto höher ist das Risiko von Augenkrankheiten. Doch welches sind die häufigsten Augenkrankheiten und deren Symptome, und was kann man dagegen unternehmen? Hier eine kleine Übersicht über die fünf häufigsten Krankheitsbilder.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Bei vielen Menschen kommt es im Alter zu Abnutzungserscheinungen (Degeneration) im Makulabereich. Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist denn auch die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung im Alter. Die Makula ist das zentrale Areal der Netzhaut und umfasst den «Punkt des schärfsten Sehens». Bei der so genannten «feuchten Form» kommt es zu einer plötzlichen Schwellung in der Netzhautmitte, weil sich krankhafte Blutgefässe bilden. Dies kann zu einer drastischen Verschlechterung der Sehschärfe führen. Die trockene Form schreitet langsamer voran, kann aber ebenfalls zu einer Sehbehinderung führen. Die altersbedingte Makuladegeneration betrifft nur die Netzhautmitte, nicht aber die äusseren Bereiche. Deshalb verschlechtert sich mit fortschreitender Erkrankung das Sehen im Zentrum, nicht in der Peripherie. AMD-Patienten können sich deshalb meist mit dem peripheren Sehen orientieren und sich so zum Beispiel in der eigenen Wohnung zurechtfinden oder ohne Führung spazieren gehen.

Behandlung: Nur die feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration kann behandelt werden. Dies geschieht gemäss Dr. Christian Böni, Oberarzt an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich, meist mit Spritzen in das hintere Augensegment (Glaskörper). Dabei wird ein Antikörperfragment injiziert, das die Neubildung von Gefässen hemmt. Die Prognose der visuellen Funktion wird durch die Behandlung positiv beeinflusst. «Die frühe Erkennung ist deshalb sehr wichtig», hält Christian Böni fest.

Auge

Grauer Star (Katarakt)

Unter dem Begriff «grauer Star» – auch unter dem Namen «Katarakt» bekannt – versteht man eine Trübung der Augenlinse. Weitaus am häufigsten ist der natürliche Alterungsprozess Grund für einen grauen Star.

Behandlung: Die getrübte Linse kann in den meisten Fällen operativ durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt werden. In der Schweiz werden jedes Jahr etwa 70 000 Katarakt-Operationen durchgeführt. Diese dauern in der Regel lediglich rund dreissig Minuten.

Grüner Star (Glaukom)

Unter dem Begriff «grüner Star» (Glaukom) wird eine Gruppe von Augenerkrankungen unterschiedlicher Ursache zusammengefasst, die einen Verlust von Nervenfasern zur Folge haben. Ein erhöhter Augeninnendruck ist ein wichtiger Risikofaktor, doch kann ein Glaukom auch bei Personen mit normalem Augeninnendruck vorkommen (Normaldruckglaukom). Es entstehen charakteristische Gesichtsfeldausfälle, die in fortgeschrittenem Stadium gar zur Erblindung führen können. Oft besteht beim Glaukom eine familiäre Veranlagung.

Behandlung: Bei erhöhtem Augendruck sind die Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie bereits weit fortgeschritten. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind eine Laser- oder eine chirurgische Therapie.

Retinitis pigmentosa (Netzhautdegeneration)

Die Retinitis pigmentosa ist eine meist vererbte Netzhautdegeneration. Sie verursacht unter anderem Nachtblindheit sowie Störungen des Kontrast- und Farbsehens. Zudem erfolgt eine langsame Einschränkung des Gesichtsfeldes vom Rand zum Zentrum hin. Man spricht deshalb von einem Tunnel- oder Röhrenblick.

Behandlung: Bis heute gibt es noch keine medizinischen Massnahmen, mit denen diese Krankheit geheilt oder wirksam verzögert werden kann. Das Fortschreiten der Erkrankung und das Risiko der Erblindung sind bei verschiedenen Vererbungstypen unterschiedlich.

Diabetische Netzhauterkrankung

Zuckerkrankheit (Diabetes) kann in der Netzhaut zu einer Gefässschädigung und einer Verschlechterung der Sehschärfe infolge Schwellung in der Netzhautmitte (Makulaödem) führen. Infolge wuchernder neuer Gefässe (Neovaskularisationen) kann es auch zu einer massiveren Schädigung des Auges bis hin zur Erblindung kommen.

Behandlung: In fortgeschrittenen Fällen ist eine Laserbehandlung der Netzhaut angezeigt. Ausserdem besteht beim diabetischen Makulaödem die Möglichkeit, eine Therapie mit intravitrealen Injektionen (also direkt in den Glaskörper des Auges) durchzuführen. Schliesslich ist eine konsequente Einstellung des Blutzuckers und gegebenenfalls des Bluthochdruckes erforderlich.

 Präventionstipps

  • Tragen Sie bei starker Helligkeit eine gute Sonnenbrille, um Schäden der Linse und der Netzhaut vorzubeugen – gerade auch bei hellen Augen.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen.
  • Alles, was für die Gefässe und generell für die Gesundheit gut ist, wirkt sich grundsätzlich auch positiv auf die Augen aus. Achten Sie deshalb auf vielseitige Ernährung und genügend Bewegung!
  • Unterziehen Sie sich ab dem 40. Lebensjahr regelmässig Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt.

Sehbehinderte Menschen (SZB)

» www.augenklinik.usz.ch
» www.sog-sso.ch
» www.retina.ch
» www.szb.ch

 

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