Aufstehen
Beschwingt und federleicht aufstehen: Wunschdenken oder bald Realität?

Beschwingt und federleicht aufstehen: Wunschdenken oder bald Realität?

Morgens beschwingt aus dem Bett zu hüpfen, bleibt für viele ein unerfüllter Wunsch. Zu schwer legt sich die Schlaftrunkenheit auf Lider und Glieder. Mit kleinen Anpassungen am Schlafzimmermobiliar und beim Morgenritual lässt sich die bleierne Schwere aber schneller abschütteln.

Im Leichtschlaf ist das Erwachen zum Greifen nah

Schlafen ist eine Abfolge von Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf. Beim Einschlafen gleiten wir zunächst in einen Leichtschlaf (Schlafphase 1 und 2) ab, bevor wir den Zustand des Tiefschlafes (Schlafphase 3 und 4) erreichen. Auf jede Tiefschlafphase folgt eine Traumphase, die sogenannte REM-Phase. REM steht dabei für ‚Rapid Eye Movement‘, denn während dieser Phase bewegen sich die Augen hinter den geschlossenen Lidern.

Schlafphasen

Ein Zyklus aus Tief- und Traumschlaf dauert etwa 90 Minuten und wird pro Nacht vier- bis sechsmal durchlaufen. Besonders in den ersten beiden Zyklen ist der Tiefschlaf sehr ausgeprägt. Im weiteren Verlauf der Nacht nehmen dann Leicht- und Traumschlaf immer mehr Raum ein. Deshalb fällt auch das Aufwachen mit der Dauer des Schlafs leichter.

Zum richtigen Zeitpunkt erwachen

Etwa eine Stunde vor dem Aufwachen gleitet der Schlafende in einen leichten Dämmerschlaf, ähnlich wie während des Einschlafens. In diesem Leichtschlaf bewegen wir uns mehr als im Traumschlaf oder Tiefschlaf. Mit technischen Hilfsmitteln lassen sich die Bewegungen des Schlafenden messen. Diese Möglichkeit nutzen Schlafphasenwecker, welche nicht an eine fixe Weckzeit gebunden sind, sondern an einen breiteren Weckzeitraum. Bewegt sich der schlafende Mensch mehr, registriert dies der Schlafphasenwecker und gibt das Signal zum Aufstehen. Es werden Sensoren in speziellen Armbändern oder auf der Matratze (Wecker- Apps) eingesetzt.

Mit technischen Hilfsmitteln zum einfacheren Aufstehen?

Dass ein Sensor prinzipiell leichten Schlaf erkennen kann, wird von Wissenschaftlern nicht bestritten. Ob die Auswertung des Programms und Zuordnung zu Schlafphasen aber richtig funktioniert, ist umstritten.

Was hat es mit den ‚Lerchen‘ und ‚Eulen‘ auf sich?

Nicht allen fällt das Aufstehen gleich schwer. Es gibt sie, die Menschen, die morgens in der Früh schon hell wach und fit sind, dafür eher mit den ‚Hühnern‘ schlafen gehen. Sie gehören zu den Frühaufstehern, auch ‚Lerchen‘ genannt. Morgenmuffel die nicht aus den Federn, aber mit zunehmenden Abendstunden erst richtig in Fahrt kommen, gehören zu den ‚Eulen‘. Die Neigung zum Morgen- oder Abendtyp ist durch unsere Gene vorbestimmt. 80 % der Menschen gehören jedoch eher dem Indifferenztyp an, das heisst, sie gehören weder klar zu den Lerchen noch klar zu den Eulen. Es gibt gewisse Verschiebungen, die mit dem Alter, dem sozialen Umfeld und der Lebensweise des Menschen zusammenhängen. So tendieren beispielsweise Jugendliche zu vorübergehendem ‚Eulentum‘.

Warum kommt man am Morgen nicht aus dem Bett

Neben dem ‚Eulentum‘ gibt es auch andere Gründe, warum es sich morgens für viele im Bett am besten anfühlt. Unser Körper scheint von Natur aus nicht auf einen 24 Stunden Rhythmus eingestellt. Würden wir ohne Kenntnis der Uhrzeit und abgeschlossen von der Umwelt und vom Tageslicht leben, würde sich unser Körper statt auf einen 24-stündigen auf einen ungefähr 25-stündigen Rhythmus einstellen. Das heisst, wir würden jeden Tag eine Stunde später aufstehen, als den Tag zuvor.

Da die meisten Menschen einem geregelten Tagesablauf nachgehen, bleibt dem Morgenmuffeln nichts anderes übrig, als seiner natürlichen Veranlagung mit List zu begegnen.

List 1: Mit Licht gegen das Schlafhormon

Bei Licht drosselt der Körper die Produktion des Schlafhormons Melatonin, wir werden automatisch wach. Leicht geöffnete Vorhänge oder Jalousien lassen das Morgenlicht ins Zimmer. In den Wintermonaten hilft eine Zeitschaltuhr an der Nachttischlampe, so dass im Schlafzimmer schon Licht brennt, bevor der Wecker klingelt.

List 2: Sanfte Klänge für gute Laune

Ein lauter Rasselwecker ist zwar effektiv, aber schlecht für die Stimmung. Vorprogrammierte beruhigende Musik mit fliessenden Rhythmen schmeichelt dem Ohr und erleichtert das aufwachen.

List 3: Räckeln und Durchatmen für einen beschwingten Kreislauf

Dehnen, recken und strecken nach dem Weckerrasseln und vor geöffnetem Fenster einige Male tief durchatmen versorgt den Körper mit Sauerstoff, regt die Durchblutung des Gehirns an und bringt den Kreislauf auf Touren.

List 4: Wechseldusche für kribbelnde Erfrischung

Mutige beginnen den Tag mit einer Wechseldusche. Dazu von den Füssen über Beine, Oberkörper hin zu Gesicht und Nacken warm abduschen. Danach folgt, in gleicher Richtung, der kalte Guss. Die Prozedur drei bis viermal wiederholen. Immer mit dem kalten Durchgang abschliessen. Wer sich überwinden kann vertreibt die Müdigkeit und wird auch zu früher Stunde leichter wach.

List 5: Mit Gelassenheit den Tag beginnen

Wer zur Morgenübellaunigkeit neigt, stellt den Wecker lieber etwas früher, als den Tag mit Hektik zu beginnen. Ein kleines Frühstücksritual stärkt und trägt zusätzlich zu einem angenehmen Morgenerlebnis bei.

 

Quellen:
www.faz.net
www.spiegel.de/wissenschaft
www.schlaf.de
Das Schlafmagazin, 16.02.2012, Wie die Gene unseren Schlaf beeinflussen, Meditext Dr. Antonic

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