Work-Life Blending: Fliessende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit
(Gettyimages)

Work-Life Blending: Fliessende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit

Was ist Arbeit? Was ist Freizeit? Mit den Trends von Globalisierung und Digitalisierung lösen sich die Grenzen zwischen Arbeitswelt und Privatleben zunehmend auf und es kommt vermehrt zu einer Vermischung– das nennt man Work-Life-Blending. Die Bandbreite im Umgang mit diesen Trends ist gross und reicht von einer strikten Trennung von Arbeitszeit und Freizeit bis hin zu einer völligen Verschmelzung.

Flexible Arbeitszeit, Home Office, Vertrauensarbeitszeit: Fluch oder Segen?

Die Vermischung von Arbeitszeit und Freizeit bringt Vor- und Nachteile. Viele schätzen es, flexible Arbeitszeiten zu haben und unabhängig vom Ort arbeiten zu können. Zudem sind Modelle wie Home Office oder Vertrauensarbeitszeit attraktiv, weil sie zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie, Arbeit und Freizeit beitragen. Auf individuelle Bedürfnisse und Vorlieben wird so besser eingegangen, was zu mehr Freude, Motivation und letztendlich zu mehr Leistung bei der Arbeit führen kann – die Idee ist also grundsätzlich positiv.

Vertrauensarbeitszeit

Bei diesem Arbeitszeitmodell entscheidet der Arbeitnehmer selbst, wann und wie viel er täglich arbeitet. Der Arbeitgeber «vertraut» darauf, dass der Arbeitnehmer die vereinbarten Aufgaben selbstständig innerhalb seines Arbeitszeitkontingents erfüllt.

Die ständige Erreichbarkeit kann jedoch auch zu einer hohen Belastung führen. Mitarbeitende können sich überfordert fühlen oder das Gefühl bekommen, nicht mehr abschalten zu können. Im schlimmsten Fall kann die individuelle Arbeitseinteilung nicht ausgeschöpft werden und zu längeren Arbeitszeiten und mehr Druck führen. Darunter leidet früher oder später auch die Gesundheit. Viele Arbeitnehmer haben genau davor Angst: Dass sich die fliessenden Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit zum Nachteil der Freizeit verschieben.

Wie gelingt ein harmonisches Work-Life-Blending?

Work-Life-Blending bedeutet zum Beispiel, dass der Mitarbeitende die Mittagspause verlängert, um Sport zu treiben, Behördengänge zu erledigen oder auch einen Coiffeurtermin wahrzunehmen. Im Gegenzug arbeitet er abends noch im Home Office. Das erfordert Offenheit sowie Flexibilität im Denken und Handeln. Dieses Umdenken fällt vielen nicht leicht.

Folgende Faktoren müssen beachtet werden, damit das Work-Life-Blending funktioniert:

  • Mit dem Arbeitgeber Erwartungen und Möglichkeiten in Bezug auf Flexibilität und Freiheiten klären.
  • Individuelle statt zentrale Regelungen treffen.
  • Bewusstes Abschalten und bewusste Abgrenzung müssen möglich sein. Der Mitarbeitende muss sich im Klaren sein, wo seine persönlichen Grenzen liegen und was seine Bedürfnisse sind.

So individuell wie die Mitarbeitenden müssen auch die Lösungen sein. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen beide ihre Verantwortungen wahrnehmen, damit ein harmonisches Work-Life-Blending gelingt.

  • Newsletter abonnieren

    Profitieren Sie von unserem monatlichen Newsletter zu den Themen Gesundheit, Fitness, Ernährung, Prämien sparen und mehr.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*