Ambrosia-Pollen können Asthma auslösen

Aktuell blüht sie wieder, sie breitet sich rasant aus und könnte für Allergiker zunehmend zum Problem werden. Die Rede ist von Ambrosia. Ihre Pollen sind hochallregen und reizen Augen sowie Atemwege, was gar zu Asthma führen kann.

Sie sieht zwar nicht gar so schlimm aus. Die Pollen der Ambrosia-Pflanze (auch Traubenkraut oder Wilder Hanf genannt) allerdings haben es in sich. Noch vor wenigen Jahren eine Randerscheinung, breitet sich die Pflanze in ganz Europa rasant aus. Gefährlich ist Ambrosia vor allem deshalb, weil ihre Pollen hochallergen sind und allergische Reaktionen von Augen und Atemwegen auslösen, die nicht selten zu Asthma führen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) reichen schon elf Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter aus, um bei sensiblen Menschen Probleme zu verursachen. Nicht nur die hohe Allergenität, sondern auch der späte Blütezeitpunkt von Ambrosia ist für Allergiker fatal. Ambrosia beginnt nämlich genau dann zu blühen, wenn für Pollenallergiker in der Regel das Schlimmste vorbei ist, nämlich im August und September.

Nicht mehr aufzuhalten

Eine einzige Ambrosia-Pflanze bildet 60 000 Früchte aus. Zudem bleiben die Samen bis zu vierzig Jahre keimfähig. Diese beiden Zahlen zeigen, wie schwierig es werden dürfte, einer Ausbreitung von Ambrosia Herr zu werden – auch wenn es sich um eine einjährige Pflanze handelt. Zu diesem Schluss kommt auch das Forschungsprojekt «Atopica», das von der Europäischen Union finanziert wird. Gemäss «Atopica» ist die Verbreitung in Europa bereits so weit vorangeschritten, dass ein komplettes Zurückdrängen der Pflanzen praktisch nicht mehr möglich sei.

Doppelt so viele Betroffene

Wie dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht des Projekts «Atopica» zu entnehmen ist, dürfte sich die Zahl der Menschen in Europa, die aufgrund von Ambrosia-Pollen unter Heuschnupfen leiden, bis 2050 mehr als verdoppeln: von derzeit 33 Millionen auf 77 Millionen. Künftig dürften also zahlreiche Menschen von einer Allergie betroffen sein, die heute noch keine Probleme haben. Den Grund für die rasante Ausbreitung der Allergien bis weit nach Nordeuropa sehen die «Atopica»-Forscher in erster Linie im Klimawandel.

So helfen Sie, das Kraut zu bekämpfen

Die einzige Möglichkeit, die weitere Ausbreitung von Ambrosia in der Schweiz zu verhindern (oder wohl eher zu verlangsamen), ist die Bekämpfung des invasiven Krauts. Die beste Methode ist das Ausreissen der Pflanzen. Allerdings sollten dazu immer Handschuhe getragen werden, können doch sonst Hautirritationen ausgelöst werden. Allergiker sollten auf jeden Fall die Finger von der hochallergenen Pflanze lassen.
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