Ayurveda-Massage: Mehr als Stirnölgüsse

Ayurveda-Massage: Mehr als Stirnölgüsse

Ayurveda-Massagen sind beliebt und oft einzeln buchbar. Sinnvoll sind diese nach ayurvedischer Lehre aber nur als Teil eines ganzen Therapiekonzeptes.

Gleichmässig fliesst warmes Öl in einem dünnen Strahl auf den Punkt zwischen den Augenbrauen: Der Stirnölguss ist – neben der Synchronmassage mit zwei Therapeuten – die populärste Form der Ayurveda-Massage. Sich eine Behandlung einfach zwischendurch zu gönnen, widerspricht aber dem Grundgedanken der indischen Heilkunst. Diese greift sich nicht einzelne Elemente heraus, sondern wendet die Massagen als Teil einer individuellen und umfassenden Therapie an. Und zwar nur dann, wenn es nach einer gründlichen Diagnose angezeigt ist.

Ayurveda-Massage: bei Ischias und Osteoporose

Ölziehen als Mundmassage

Ein fester Begriff im Ayurveda ist das Ölziehen. Gemeint sind damit Mundspülungen, die man leicht zu Hause anwenden kann. Dafür einen grossen Schluck Sesamöl ganz ruhig und so lange es geht im Mund behalten, dann ausspucken. Oder eine kleine Menge Öl im Mund hin und her bewegen, es durch die Zahnzwischenräume pressen, ausspucken. Das Ölziehen soll Zähne und Zahnfleisch stärken, gegen Mundgeruch helfen sowie dem ganzen Organismus zugute kommen. Benutzen lässt sich dafür auch Oliven- oder Sonnenblumenöl. Doch insbesondere Sesamöl wird eine antibakterielle und antivirale Wirkung nachgesagt.
Kombiniert mit anderen Behandlungen können Stirnölgüsse nach der ayurvedischen Lehre bei Bluthochdruck, Depressionen oder Schlafstörungen helfen. Andere Massagetechniken sind für den Bewegungsapparat gut. Ist etwa die Wirbelsäule von Arthrose betroffen, kann Khadivasti helfen: Auf die betroffene Körperstelle wird ein Teigring gesetzt, in den warmes Öl fliesst. Diese Behandlung soll darüber hinaus Ischias- oder Bandscheibenprobleme lindern. Regelmässige Ganzkörpermassagen mit Öl gelten als wirksamer Schutz bei Osteoporose.

Nicht nur die Art der Massage ist wichtig, sondern auch das Öl selbst. Im Ayurveda spricht man von «mediziniertem» Öl, das einen guten Teil der Wirkung ausmacht. Es ist mit speziellen Heilkräutern versehen, die auf den Einzelnen abgestimmt sind. Es empfiehlt sich, nach der Qualität der Öle zu fragen. Gut ist sie beispielsweise dann, wenn die Mischungen selbst hergestellt und dafür einheimische Pflanzen verwendet werden.

Es geht auch ohne Öl

Bei Ayurveda-Massagen ist zwar oft Öl im Einsatz, aber nicht immer. Udvartana heisst eine der Techniken, bei denen der Körper mit fein gemahlenem Pflanzenpulver massiert wird. Ein gutes Mittel gegen Juckreiz und Nesselsucht. Die Pulvermassage soll zudem die Haut fest, glatt und rein machen. Garshan ist die Bezeichnung für eine Trocken-Massage mit Seidenhandschuhen. Sie ist eher kräftig und regt Lymphfluss sowie Durchblutung an.

Ayurveda-Massage: Mehr als Stirnölgüsse
5 1

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*