Allergie
(Pixtal / f1online)

Allergisch auf das eigene Haustier?

Vor allem Katzen lösen bei Menschen allergische Reaktionen aus. Ursache ist aber nicht ihr Fell, wie oft angenommen wird.

Ob Nagetiere, Pferde, Reptilien, Vögel, Hunde oder Katzen: Sie alle können Menschen zum Weinen bringen. Im wortwörtlichen Sinne. Der Kontakt mit diesen Tieren kann nämlich allergische Reaktionen hervorrufen, wobei die Symptome jenen des Heuschnupfens ähneln (gerötete Augen, Niesen, Schnupfen). Entgegen weit verbreiteter Annahme sind es nicht die Tierhaare selber, welche dafür verantwortlich sind – Menschen reagieren ja auch auf Vögel oder Reptilien allergisch. Auslöser sind mikroskopisch kleine Eiweissstoffe, die sich im Speichel, in Hautschuppen, im Talg oder Urin der Tiere befinden.

Putzfimmel mit Folgen

Die Katzenallergie kommt am häufigsten vor; rund zwei Drittel aller Haustier-Allergien gehen auf sie zurück. Das hat auch etwas mit dem Putzfimmel der Katzen zu tun: Durch ihr regelmässiges und ausgiebiges Putzen verteilen sich die Eiweissstoffe auf dem ganzen Fell. Bei gefiederten Tieren oder Reptilien wiederum kommen die Tierhalter bedeutend weniger mit den Eiweissstoffen in Kontakt, handelt es sich doch nicht um klassische Schmusetiere. Eine Tierallergie darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden: im schlimmsten Fall droht Asthma. Die wirksamste Massnahme, die Allergie zu bekämpfen, wäre es, sich vom Tier zu trennen – so schwer dieser Schritt auch fällt. Das Allergiezentrum Schweiz (aha) ist sich dieses Dilemmas bewusst und gibt auf seiner Homepage deshalb zahlreiche Tipps, wie sich die persönliche Allergenbelastung reduzieren lässt. Dazu gehört beispielsweise, das Tier keinesfalls ins Schlafzimmer zu lassen, nach jedem Kontakt die Hände zu waschen und die Kleider mit einem Kleiderroller anstatt einer Kleiderbürste zu reinigen. Alle Teppiche und sonstigen Staubfänger sollten aus der Wohnung entfernt werden – die Katzen- Allergene beispielsweise verteilen sich über den Staub leicht in der Luft und können noch mehrere Monate nachgewiesen werden, selbst wenn sich keine Katze mehr im Haushalt befindet. Die Allergene bleiben zudem auch leicht an der Kleidung haften, sodass sie an alle möglichen Orte gelangen. Es kann also sein, dass jemand zum Beispiel in einem Kino die Symptome einer Allergie zeigt, obwohl sich dort weit und breit kein Tier befindet.

Immuntherapie als Hoffnungsschimmer

Wer das Haustier nicht weggeben will, kann es mit einer Immuntherapie versuchen: sie ist bis heute die einzige Behandlung, welche nicht einfach die Symptome bekämpft, sondern bei den Ursachen der Erkrankung ansetzt. Bei dieser Desensibilisierung werden die Allergene in steigender Dosierung verabreicht. Entweder werden sie unter die Haut gespritzt, oder sie werden als Tropfen oder Tablette eingenommen. Im Idealfall gewöhnt sich der Körper an das Allergen und baut so einen immunologischen Schutz auf. Die Kosten dieser Immuntherapie werden im Rahmen der Grundversicherung von den Krankenkassen übernommen.

www.aha.ch/allergien

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