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Lebensmittelintoleranz – Was darf alles auf den Teller?

Ein gepflegtes Essen ist etwas Schönes. Für viele Menschen jedoch ist Vorsicht geboten: Sie leiden an einer Lebensmittelintoleranz oder gar -allergie. Sie müssen deshalb genau schauen, was auf den Teller kommt.

Für knapp einen Fünftel der Menschen in der Schweiz ist das Glas normale Milch auf dem Morgentisch ein Tabu. Sie leiden nämlich unter einer Laktoseintoleranz (Laktose = Milchzucker), der am meisten verbreiteten Lebensmittelintoleranz in der Schweiz. Rund ein Prozent muss gar Brot und Getreideprodukte meiden. Bei ihnen wurde eine Zöliakie diagnostiziert, also eine Unverträglichkeit auf Gluten, ein Klebereiweiss, das in diversen Getreiden, wie Weizen, Dinkel oder Rogge vorkommt. Nebst Intoleranzen sind auch Allergien recht verbreitet. Laut «aha! Allergiezentrum Schweiz» sind es gegen vier Prozent der Erwachsenen und zwischen fünf und acht Prozent der Kinder, die an einer Lebensmittelallergie leiden.

Erhebliche Unterschiede

Was sind die Unterschiede zwischen einer Intoleranz und einer Allergie? Karin Stalder vom Team Fachdienstleistungen erklärt: «Eine Intoleranz ist meist eine Magen-Darm-Problematik. Zum Beispiel fehlen den Betroffenen die entsprechenden Enzyme, um ein bestimmtes Lebensmittel – eben etwa laktosehaltige Milchprodukte – verdauen zu können.» Typische Symptome sind denn auch Verdauungsbeschwerden. Bei einer Allergie hingegen handelt es sich um die Reaktion des Immunsystems: «Das Immunsystem nimmt die Eiweisse aus den entsprechenden Nahrungsmitteln – etwa Erdnüssen, Kuhmilch oder Meeresfrüchten – als Bedrohung wahr und bildet spezifische Antikörper», so Karin Stalder. Diese lösen die allergische Reaktion aus, die im harmloseren Fall ein Jucken ist, aber im schlechtesten Fall zu einem tödlichen Kreislaufversagen führen kann.

Keine Behandlungsmöglichkeit

Schwerwiegend ist auch der Umstand, dass Intoleranzen und Allergien gegen Lebensmittel häufig ein Leben lang bestehen bleiben. «Und bei einer Zöliakie gibt es im Gegensatz zu einer Bienengift- oder einer Pollenallergie keinerlei Therapiemöglichkeit», so Karin Stalder. Für die Betroffenen gibt es deshalb nur eines: Sie müssen akribisch darauf achten, was sie auf dem Teller haben. «Gerade bei einer Zöliakie ist dies unerlässlich, enthalten doch unzählige Lebensmittel Gluten oder Spuren davon», sagt Karin Stalder. Es ist wichtig, dass eine Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie stets durch eine Fachperson fundiert abgeklärt wird und die betroffenen Personen im Umgang mit dem Problem geschult sind. Die Stiftung aha! rät denn auch von Schnelltests ab, wie sie etwa bei Grossverteilern zu finden sind. Die Gründe für die kontinuierliche Zunahme von Lebensmittelintoleranzen und -allergien sind mannigfaltig. «Sicher spielen unsere stark veränderten Essgewohnheiten, aber auch Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle», so Karin Stalder. Abschliessend seien jedoch die Gründe noch nicht geklärt, sondern noch immer Gegenstand der Forschung.

Ein Kommentar zu “Lebensmittelintoleranz – Was darf alles auf den Teller?

  1. Es ist schwierig immer genau zu wissen was in den Lebensmitteln steckt, vorallem wen man auswärts essen geht. Ich gehe oft mit der Tupperbox an eine Einladung und nehme mein Essen selbst mit, man muss einfach darüber stehen wen andere Gäste sich daran stören.

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