Wer hat Lust auf Glace?

Wer Lust hat auf Glace, geniesst sie am besten bewusst und wählt kleine Portionen. Oder produziert sie nach Zutaten seines Geschmacks gleich selbst.

Ein Sommer ohne Glace? Undenkbar. Einem Naturgesetz gleich wächst der Appetit darauf, sobald die Temperaturen steigen. Knapp 43 Millionen Liter Speiseeis verkauften die Mitglieder des Verbandes Schweizer Glaceproduzenten 2014. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 5,2 Litern.

Belebende Konkurrenz

Der Konsum war leicht rückläufig, was aber nicht bedeutet, dass Schweizerinnen und Schweizer weniger heiss auf Eis wären. Die industriellen Produzenten haben neue Konkurrenten bekommen, die in der Statistik nicht auftauchen. Zunehmend beliebt ist „Gelato artigianale“, handgemachtes Eis, das in Hofläden, Gelaterias oder Konditoreien verkauft wird. Gefragt sind Sorten aus natürlichen Zutaten und ohne Zusatzstoffe. Und kleinere Portionen. Bananensplit oder Coupe Dänemark kommen vielen Konsumenten inzwischen zu üppig vor.

Dass der Trend zum Überschaubaren geht, dürfte Ernährungsexperten freuen. Schaut man sich deren Lebensmittelpyramide an, ist Glace an der Spitze eingezeichnet. Sie darf durchaus genossen werden, aber zurückhaltend. Eis zählt zu Süssigkeiten, zu Desserts. Diese Lebensmittel liefern in der Regel viel Energie, also viele Kalorien. Bei Glace ist vor allem der Zucker- und Fettgehalt relevant. Und der variiert je nach Zutatenliste. Auf 100 Gramm gerechnet hat eine Doppelrahmeis rund 220 Kilokalorien, ein Rahmeis kommt auf 180, Milcheis auf 140. Bei einem Becher Vanilleeis mit Schokoladensauce und Schlagrahm können mehr als 400 Kilokalorien zusammenkommen. Hier ist es treffend, von einer Kalorienbombe zu sprechen.

Zeit nehmen und ein Glace geniessen

Und diese übersteigt das empfohlene Mass. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung, SGE, ist es besser, bei einer kleinen Portion zu bleiben, also beispielsweise bei einer Kugel seiner Lieblingssorte. Tipp: Sich einen Augenblick Zeit nehmen und die Köstlichkeit bewusst geniessen. Die Gefahr, mehr zu konsumieren, ist meistens dann gross, wenn man nebenbei nascht, vor dem Fernseher zum Beispiel.

Dass Glace per se ein Dickmacher ist, stimmt nicht. „Eine Gewichtszunahme ist immer Ausdruck einer unausgeglichenen Energiebilanz“, heisst es bei der SGE. Wenn wir auf längere Sicht mehr Kalorien zu uns nehmen als unser Körper verbraucht, werden wir dicker. Aus welchen Lebensmitteln diese zusätzlichen Kalorien stammen, sei grundsätzlich unerheblich.

Glace selber herstellen

Wer dennoch findet, gekaufte Glace sei zu süss und zu mastig, kann unter die Eismacher gehen. Gute Rezeptbücher gibt es zuhauf. Meistens wird darin die Anschaffung einer Eismaschine empfohlen, was die Eigenproduktion vereinfacht. Weiterer Vorteil der Heim-Gelateria: Was ins Eis kommt, bestimmt man selber. Es lassen sich die besten Zutaten auswählen – und andere reduzieren. Weniger Zucker ist meistens noch immer süss genug, und statt Rahm kann es auch ein fettärmeres Joghurt sein.

Auch Sorbets liefern weniger Kalorien als Rahmeis. Sie bestehen meistens aus Zucker, Fruchtsaft, Fruchtmark und Wasser. Wer auf Zucker verzichten mag, kann Stevia verwenden. Oder schon einmal unsüsse Sorbets aus Gemüse und Kräutern probiert? Jenes aus Tomaten und Basilikum etwa ist für heisse Tage ein wunderbarer Frischekick und eine Überraschung für den Gaumen.

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