Die Verwechslungsfahr bei Pilzen ist oft gross

Essbare Pilze: Was guckt da aus dem Boden?

Nun locken sie wieder: Die schmackhaften Pfifferlinge, Steinpilze und Täublinge, die – hoffentlich – überall aus dem Boden schiessen. Doch Achtung: die Verwechslungsfahr bei Pilzen ist oft gross.

Das Jahr 2016 war ein durchschnittliches Pilzjahr. Das zeigt sich auch an den Zahlen von Tox Info Suisse, der offiziellen Informationsstelle der Schweiz für alle Fragen rund um Vergiftungen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 450 Pilzvergiftungen registriert. Wie auch in den Vorjahren waren auffallend viele Kinder von einer Vergiftung betroffen. „Kinder sind von Natur aus neugierig und nicht abgeneigt, einen Pilzfund aus dem Garten oder Wald einfach mal roh zu probieren. Dabei können sie einen Speisepilz, einen ungeniessbaren Pilz oder im schlimmsten Fall einen Giftpilz erwischen“, sagt Tox-Info-Leiter Hugo Kupferschmidt. Unter den möglichen Giftpilzen können gar solche sein, die das tödlich giftige Amatoxin/Amanitin enthalten. Diese findet sich zum Beispiel im Grünen Knollenblätterpilz und kann im schlimmsten Fall zu einem Leberversagen führen.

Ein perfides Gift

Das perfide an diesem Gift ist, dass seine Wirkung erst sehr spät eintritt. „Bei einer Vergiftungsmeldung hat deshalb der Ausschluss, respektive der Nachweis einer solchen Amatoxinvergiftung stets oberste Priorität. Ebenfalls wichtig zu wissen ist, ob es sich um eine Pilzart handelt, die Beschwerden des Zentralen Nervensystems oder des Herz-Kreislaufes verursachen kann. Gleichzeitig aber relativiert Hugo Kupferschmidt: „Schwere Zwischenfälle sind zwar sehr selten, können aber nicht mit letzter Sicherheit zum vornherein ausgeschlossen werden.“ In Fällen, bei denen eine relevante Menge Pilz eingenommen worden sei, müssten deshalb auch bei beschwerdefreien Kindern einige Massnahmen getroffen werden, um sie vor ernsthaften Gesundheitsschäden zu bewahren.

Keine Experimente!

Die Aussagen des Fachmannes zeigen klar: Nur wer sich gut auskennt und die Pilze zweifelsfrei bestimmen kann, sollte sich mit seiner „Beute“ ein Pilzmahl zubereiten. Dazu stehen in vielen Orten der Schweiz Pilzkontrolleure zur Verfügung. Pilzsbestimm-Apps auf dem Smartphone sind kein Ersatz: Selbstversuche des Autors dieses Artikels zeigen: In sehr vielen Fällen ist es kaum möglich, einen Pilz auf Anhieb abschliessend zu bestimmen. So sind denn solche Pilzapps eher ein nettes Nachschlagwerk aber sicher keine „Lebensversicherung“.

Auf der Website von Tox Info Suisse finden sich diverse Informationen zum Thema Pilzgifte:

www.toxinfo.ch

Und wenn es nach dem Pilzgenuss doch einmal zu Vergiftungserscheinungen kommt: Sofort Anruf bei Tel. 145 (Tox Info Suisse).

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