Energy-Drinks

Steigern Energy-Drinks die Leistung?

Energy-Drinks finden reissenden Absatz. Doch deren leistungsfördernde Wirkung ist umstritten.

Ob am Morgen im Zug, abends an der Party oder am Arbeitsplatz: Der Griff zu Energy-Drinks ist allgegenwärtig, gerade wegen der erhofften aufputschenden Wirkung. Eine Studie der Universität Freiburg relativiert diesen Effekt: Eine Dose Red Bull beispielsweise regt zwar den Kreislauf an, beeinträchtigt aber gleichzeitig die Blutversorgung des Gehirns, wie die „NZZ am Sonntag“ publik machte. Seit längerem umstritten ist die Wirkung von Taurin, einem körpereigenen Stoff (Aminosäure-Derviat), der als Muntermacher fungieren soll. Dies konnte wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen werden. Der Leiter der besagten Studie von der Universität Freiburg, Erik Grasser, führt die stimulierenden Effekte von Energy-Drinks vor allem auf das Koffein zurück.

Problematischer Zuckergehalt

Es gibt aber einen gewichtigen Unterschied zum Kaffee: Eine 250ml-Dose enthält etwa 7 bis 9 Würfelzucker. Dieser wirkt kurzfristig ebenfalls als Energie-Lieferant. Mit Betonung auf kurzfristig: „Zucker in dieser Art lässt den Blutzuckerspiegel hochschnellen, entsprechend rasch sinkt er wieder. Darauf folgt das Leistungstief“, sagt Martina Iten, diplomierte Ernährungsberaterin HF. Für einen langanhaltenden Energieschub und eine bessere Konzentration empfiehlt sie z.B. Studentenfutter oder Vollkorn-Brot mit Frischkäse.
Problematisch ist vor allem das Mischen von Energy-Drinks mit Alkohol. Koffein unterdrückt Ermüdungserscheinungen, so dass in diesem Zustand Risiken falsch eingeschätzt werden und noch mehr Alkohol konsumiert wird – auch weil das Süssgetränk den Alkoholgeschmack überlagert.

Gesunder Menschenverstand gefragt

Martina Iten empfiehlt nicht nur deshalb einen zurückhaltenden Konsum: Süssgetränke begünstigen Übergewicht, und der hohe Säuregehalt greift den Zahnschmelz an. Eine Faustregel für die Menge des Konsums gibt es aber nicht – entscheidend ist die persönliche Konstitution. Gefragt ist also gesunder Menschenverstand.

 

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