Löwenzahn
(Don Nichols / Gettyimages)

Schmackhafter Löwenzahn?

Für die einen ist er ein ärgerliches Unkraut, für die anderen aber eine regelrechte Wunderpflanze: der Löwenzahn. Grund genug, einmal etwas genauer hinzuschauen.

Noch verharrt die Natur zu guten Teilen im Winterschlaf. Doch bald schon wird es kaum mehr eine Wiese geben, wo nicht – oft gar flächendeckend – der Löwenzahn spriessen wird. Die meisten Menschen gehen mehr oder minder achtlos daran vorbei – ist ja schliesslich bloss Löwenzahn. Doch wer so denkt, tut dem gelben Frühlingsgewächs unrecht. Der Löwenzahn sieht nämlich nicht bloss hübsch aus, er hat auch einiges zu bieten: Fast sämtliche Pflanzenteile können in irgendeiner Form in der Küche oder als Volksheilmittel genutzt werden.

Frühlingshafter Salatteller

Klar, kann man dann und wann auf dem Markt auch kultivierte Löwenzahnblätter finden, mit denen ein feiner Frühlingssalat zubereitet werden kann. Aber mehr Spass macht es eindeutig, sie selber zu pflücken. Allerdings sollten sie noch ganz jung sein (noch nicht blühend), und für den Salat nimmt man ausschliesslich die zarten inneren Blätter. Wem die Blätter zu bitter sind, kann sie im (Salz-)Wasser oder in Milch eine knappe Stunde lang ziehen lassen, dann werden sie milder. Ist dieses Prozedere beendet, sind dem Erfindergeist kaum Grenzen gesetzt. Egal, ob mit Crôutons, gebratenen Speckwürfeln, gehackten Eiern oder Kartoffelwürfeln, Löwenzahn lässt sich vielfältig kombinieren. Wer es ganz und gar frühlingshaft möchte, kann den Salat mit frischen Gänseblümchen optisch verschönern. Auch diese sind nämlich essbar.

Sirup, Honig und Tee

Mit dem Salatteller ist aber die Verwendungs-Vielfalt dieser allgegenwärtigen Wildpflanze bei weitem nicht erschöpft. Ein Blick in einschlägige Wildpflanzenbücher sowie Internetforen zeigt, dass sich die Blütenknospen des Löwenzahns zum Beispiel als «falsche Kapern» in Essig einlegen lassen und aus den Wurzeln ein Kaffeeersatz hergestellt werden kann. Aber auch als Tinktur und in Wickeln wird er angewendet. Und schliesslich lassen sich auch Tee sowie Sirup und Honig herstellen.

Sirup und Honig:

200 bis 250 Gramm gelbe Blütenblättchen (am besten mittags) zupfen und diese mit einem Liter Wasser und einer grossen geschnittenen Zitrone aufkochen. Über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag alles durch ein Tuch in eine Pfanne passieren, ein Kilo Zucker hinzugeben, bis zur gewünschten Konsistenz langsam einkochen – und fertig ist die bernsteinfarbene Kostbarkeit.

Tee:

Der etwas bittere Löwenzahntee lässt sich aus frischen oder getrockneten Blättern oder Wurzeln herstellen. Er soll unter anderem stärkend für Verdauung und Leber sowie als mildes Abführmittel wirken. Ausserdem ist er harntreibend – daher auch sein französischer Name «pisse en lit» («Bettseicher»).

Bleibt also nur noch eines: Auf einen baldigen Frühling hoffen und dann ab auf die Löwenzahnwiese.

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