(Kai Schwabe/Westend61 / f1online)

Pilze – warum so schwer verdaulich?

Von den 6000 bekannten Grosspilzarten sind rund 200 essbar. Pilzgerichte liegen aber oft schwer im Magen. Und das liegt selten an der Sauce, die wir mit dem Gericht konsumieren.

Pilze enthalten 90 Prozent Wasser und sind deshalb als Nährstofflieferanten nicht besonders wertvoll. Der Gehalt an Vitamin- und Mineralstoffen ist vergleichbar mit jenem verschiedener Gemüsearten. Pilze sind zudem in geringen Mengen ideale Geschmacksträger und verleihen einem Gericht eine angenehm herbe und herbstliche Note. Allerdings haben sie einen hohen Anteil des unverdaulichen Ballaststoffes Chitin.

Nebst dem Ballaststoff Chitin enthalten Pilze zwei weitere Substanzen, die schwer im Magen liegen: Mannit und Trehalose, zwei – vereinfacht ausgedrückt – Kohlenhydrate.

Bei Menschen, denen im Darm das Enzym zur Spaltung der Trehalose fehlt, kann der Pilzgenuss zu erheblichen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall führen.

Pilze nicht roh essen

Es empfiehlt sich, Pilze nicht roh zu essen. Dies könnte zu Vergiftungen führen, die von Substanzen herrühren, die erst beim Kochen zerstört werden. Zudem besteht bei Wildpilzen, die roh verzehrt werden, eine gewisse Gefahr, vom Fuchsbandwurm infiziert zu werden. Dieses Risiko besteht zwar bei Zuchtchampignons, die nicht selten roh serviert werden, nicht. Sobald jedoch grössere Mengen davon konsumiert werden oder eine Unverträglichkeit besteht, liegen auch diese sehr schwer auf.

Immer gut zerkauen

Pilze sollten immer gut zerkaut werden, so werden sie besser verdaut. Kinder, die Pilze noch nicht vollständig zerkauen können, sollten auf sie verzichten. Fachleute empfehlen zudem, nicht mehr als 200 bis 300 Gramm Frischpilze pro Woche zu konsumieren. Dies auch, um eine mögliche erhöhte Schadstoffbelastung zu vermeiden, sammeln sich doch in zahlreichen Pilzen Schadstoffe aus der Umwelt an, zum Beispiel Schwermetalle in Steinpilzen.

Pilze aufwärmen

Reste von Pilzgerichten dürfen nur unter folgenden Voraussetzungen aufgewärmt werden: nach der Zubereitung rasch abkühlen; nur im Kühlschrank bei höchstens +5 °C aufbewahren; innert zweier Tage konsumieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*