(Lauri Patterson / Gettyimages)

Neue Modetrends auf der Speisekarte?

Amaranth? Quinoa? Was sich anhört wie neue Modetrends in der Küche, sind in Tat und Wahrheit uralte Nutzpflanzen.

Amaranth hat seinen Ursprung in den warmen und trockenen Klimazonen von Zentral- und Südamerika und war zusammen mit Mais und Bohnen das wichtigste Nahrungsmittel der Azteken und Inkas. Quinoa, auch Inka-Reis genannt, ist sehr robust und wächst auch auf Höhen von über 4000 Metern, wo Weizen oder Mais nicht mehr angebaut werden können. Beide Pflanzen spielten bei religiösen Ritualen der Ureinwohner eine wichtige Rolle und wurden daher von den spanischen Eroberern im 16. Jahrhundert kurzerhand verboten. Die Nahrungsmittel wurden als unchristlich angesehen und Anbau sowie Verzehr teilweise unter Todesstrafe gestellt.

Samen vielfältig einsetzbar

Heute sind die Pflanzen wieder verbreitet. In den ursprünglichen Anbaugebieten werden sowohl die Samen der Quinoa-Pflanze als auch deren Blätter gegessen. In Europa werden meist nur die Samen verwendet. Sie eignen sich zum Beispiel als Basis für Suppen, Brei, Knödel, Pfannkuchen oder Aufläufe sowie als Beilage zu Fleischgerichten. Die Amaranth- Samen werden in der Küche wie Getreide verwendet. Das an Hirse erinnernde Samenkorn eignet sich für Aufläufe, Gemüsepfannen, Suppen, Müsli sowie Müsliriegel, aber auch für Desserts. Beim Kochen entfaltet Amaranth seinen charakteristischen nussigen Geruch.

Quinoa und Amaranth sind keine Getreide im eigentlichen Sinn und werden deshalb auch als Pseudo-Getreide bezeichnet. Botanisch gesehen gehören sie zu den Fuchsschwanzgewächsen und sind mit Spinat, Mangold und Randen verwandt. Beide Samen weisen einen hohen Mineralstoffgehalt auf und zeichnen sich durch hochwertiges Eiweiss aus. Ihr Lysingehalt ist gut doppelt so hoch wie bei Weizen. Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die der Mensch nicht selbst herstellen kann und deshalb mit der Nahrung aufnehmen muss. Da Quinoa und Amaranth glutenfrei sind, eignen sie sich als vollwertiger und verträglicher Getreideersatz bei Glutenunverträglichkeit.

Und hier noch die passenden Rezepte:

Müesli mit Amaranth, frischen Beeren und Sonnemblumenkernen

250 g frische Beeren Heidelbeeren, Himbeeren etc.
12 EL gekochter Amaranth
4 EL Sonnenblumenkerne
400 g Naturjoghurt
Agavendicksaft oder Honig

  • Beeren waschen
  • Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett kurz rösten.
  • Die Hälfte der Beeren mit dem Amaranth und dem Joghurt mischen.
  • Agavendicksaft beigeben.
  • Auf 4 Müeslischalen verteilen.
  • Mit den restlichen Beeren und den Sonnenblumenkernen garnieren.

Einfacher geht’s: gepuffter Amaranth im Grossverteiler kaufen und am Morgen ins Müesli geben.

Gemüse-Quinoa

150 g Quinoa
300 ml Gemüsebouillon
1 Zucchini
4 Tomaten
2 gelbe Peperoni
1 Zwiebel
2 El Olivenöl
wenig Zitronensaft
Salz & Pfeffer
Kreuzkümmel

  • Bouillon in einem Topf kochen
  • Quinoa unter lauwarmem Wasser abspülen, bis es klar ist.
  • Zugedeckt bei kleiner Hitze in der Bouillon 15 Minuten kochen.
  • Vom Herd nehmen.
  • Inzwischen Tomaten, Zucchini und Pepperoni waschen, und würfeln. Tomaten evtl. entkernen.
  • Zwiebel schälen und fein würfeln.
  • Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten.
  • Zucchini- und Peperoniwürfel zugeben und 3–4 Minuten mitdünsten.
  • Tomaten dazumischen, 3–4 Minuten mitkochen lassen.
  • Mit Salz, Zitronensaft, Pfeffer und evtl. Kreuzkümmel würzen.
  • Quinoa unter das Gemüse mischen.
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2 Kommentare zu “Neue Modetrends auf der Speisekarte?

  1. War in Indien in den Ferien. Seitdem suche ich Gemüse und Reisrezepte ohne Salz alles nur mit Gewürzen. Ingwer ist viel dabei.Auch der Tee war mega gut.

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