Exotische Salzarten: Farbenfroh aber nicht gesünder
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Exotische Salzarten: Farbenfroh aber nicht gesünder

Die Körner schimmern in sanften Rosa-Tönen oder funkeln wie schwarze Diamanten: Exotische Salzsorten liegen im Trend. Für die Gesundheit bringen sie aber kaum Zusatznutzen.

Feinkörniges Standard-Salz war gestern. Heute dürfen es teure Raritäten wie Persisches Blausalz sein. Oder Hawaii-Salz, dem Bambusextrakt oder Aktivkohle beigemischt wird. Die zartgrünen und pechschwarzen Körner sehen auf dem Teller spektakulär aus. Top-Köche schwärmen zudem von den würzigen Aromen sowie der knusprigen Konsistenz der Kristalle. Oder davon, wie die hauchdünnen Salz-Plättchen auf der Zunge zergehen, so wie beim angesagten Murray River Salt aus Australien.

Tatsächlich können exotische Salze neue Geschmackserlebnisse offenbaren und einem Gericht ein apartes Finish verpassen. Bei Gesundheitsversprechen sollte man aber skeptisch sein. Himalayasalz – seine rötliche Farbe entsteht durch Eisenanteile – hilft angeblich gegen alle möglichen Zivilisationskrankheiten. Der gesundheitliche Vorteil ist nach Angaben der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung, SGE, aber nicht belegt. Auch das oft gepriesene Meersalz bringt kaum Zusatznutzen. Dafür ist der enthaltene Mix aus Mineralstoffen und Spurenelementen zu klein.

Salz bleibt Salz

Egal, welches Salz auf den Tisch kommt: Es besteht in der Hauptsache aus Natriumchlorid, der Verbindung des Leichtmetalls Natrium mit dem Gas Chlor. Chemisch betrachtet gleicht also ein Salz dem anderen. Wenn Fachleute zwischen Stein-, Siede- und Meersalz unterscheiden, ist dafür die Art der Gewinnung ausschlaggebend.

Steinsalz, Ablagerungen aus erdgeschichtlichen Urmeeren, wird direkt im Bergbau gewonnen, durch Bohren, Herausschneiden oder Sprengen. Wird das Salz mit Wasser ausgelaugt, als Sole gefördert und durch Sieden kristallisiert, entsteht Siedesalz. Es wird in Schweizer Salinen produziert und kommt als raffiniertes Speisesalz in den Handel. Oft ist es mit Jod und Fluor angereichert und mit Antiklumpmittel versehen, damit es besser rieselt. Meersalz schliesslich entsteht aus verdunstetem Meerwasser. Eine Besonderheit ist Fleur de Sel oder Flor de Sal, bei dem sich eine dünne Schicht an der Wasseroberfläche absetzt. Diese Salzblume wird von Hand abgeschöpft und gilt als mild schmeckende Delikatesse.

Fünf statt neun Gramm

Dass der Mensch täglich Salz benötigt, ist unbestritten. Es spielt beim Wasserhaushalt, im Nervensystem, beim Knochenaufbau oder der Verdauung eine wichtige Rolle. Wie viel es maximal sein darf, darüber streiten Experten allerdings. Neun Gramm beträgt hierzulande der durchschnittliche Salzkonsum pro Tag und Kopf. Nach bisherigen Erkenntnissen zu viel, weshalb der Verbrauch nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, WHO, auf fünf Gramm reduziert werden sollte.

Der Grund: Zu viel Salz soll eine Reihe von Krankheiten wie Bluthochdruck, Nierenschäden oder Schlaganfälle begünstigen. Eine Warnung, die eine kanadische Studie jetzt aber anzweifelt. Gefährlich werde der Salzkonsum erst ab 12,5 Gramm pro Tag, was vor allem in China ein Problem sei.

Wer unabhängig vom Expertenstreit weniger Salz essen möchte: Der grösste Teil steckt in verarbeiteten Produkten. Deshalb Fertigpizzen oder -suppen, Käse, Wurstwaren, Brot und Snacks massvoll geniessen und öfter selber kochen. Daheim aber nicht blindlings zum Salzstreuer greifen. Erst abschmecken, bevorzugt mit Kräutern und Gewürzen. Fehlt dann noch das gewisse Etwas, kann man es machen wie ein Gourmet-Koch: Ganz am Schluss nur ein paar Körner seines Lieblingssalzes übers Gericht streuen, als spezielles Topping.

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