Alternativen zu Zucker
(Gettyimages)

Alternativen zu Zucker: Was ist von Süssmitteln & Co zu halten?

Zucker hat einen schlechten Ruf. Deshalb suchen Konsumenten oft nach natürlichen Alternativen – oder synthetischen Süssmitteln. Doch was ist von den Alternativen zu halten und wie sieht es mit der Gesundheit aus? Ein Überblick.

Zucker bleibt Zucker, egal aus welcher Quelle er stammt und wie er auf der Lebensmittel-Verpackung bezeichnet wird. Steht hier Saccharose, handelt es sich um weissen Kristallzucker, auch Haushaltszucker genannt. Er wird aus Zuckerrüben oder tropischem Zuckerrohr produziert. Diesen Rohrzucker gibt es auch in brauner Farbe, was ihn entgegen landläufiger Meinung nicht gehaltvoller macht. Er ist nur weniger raffiniert oder mit Zuckersirup, Melasse, eingefärbt. Vollrohrzucker ist unraffiniert. Er hat ernährungsphysiologisch gegenüber weissem Zucker ebenfalls keinen nennenswerten Vorteil. Immerhin gibt es ihn oft mit Bio- und/oder Fairtrade-Label.

Zuckerersatz: das sind beliebte Alternativen

Beliebte Zuckeralternativen sind natürlich süssende Lebensmittel wie Honig, Fruchtdicksäfte oder Sirup, gewonnen zum Beispiel aus Birnen oder Ahorn. Bei ihnen seien immerhin noch wertvolle Mineralstoffe und Vitamine enthalten, lautet das Argument oft. Die Mengen sind aber verschwindend gering. Einen wesentlichen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten auch diese natürlichen Süssmittel nicht. Einen Vorteil bieten sie gegenüber dem neutral schmeckenden Haushaltszucker jedoch. Ihr charakteristisches Eigenaroma lässt sich wie ein Gewürz einsetzen. Nebeneffekt: Gewürze verwendet man sparsam, weil sie sonst eine Speise schnell übertönen. Das kann helfen, sich an weniger Süsse zu gewöhnen. Vollrohrzucker ist mit seinem karamellartigen Geschmack ebenfalls geeignet, Kuchen oder Desserts eine besondere Note zu geben.

Stevia: im grossen Stil industriell hergestellt

Ein ganz eigenes Aroma hat auch Stevia, aber eines, das nicht jedem schmeckt. Es ist lakritzartig und leicht bitter. Der aus Stevia-Pflanzen gewonnene Süssstoff Steviolglycosid ersetzt deshalb nicht immer die gesamte Zuckermenge eines Produkts. Der Süssstoff wird im grossen Stil industriell hergestellt – um eine natürliche Alternative, wie die Werbung oft weismachen will, handelt es sich keineswegs. Dafür müsste man die Blätter der Stevia-Pflanze verwenden. Weil bislang nicht geklärt ist, ob diese gesundheitlich unbedenklich sind, werden sie heute nur in sehr kleinen Mengen Tees beigemischt.


Viele Produkte enthalten Süssmittel

Die Ersatzstoffe für Zucker stammen aus natürlichen oder synthetischen Quellen und haben teils enorme Süsskraft. Deshalb finden wir sie oft in Bonbons, Backwaren, Kaugummis, Desserts oder Getränken. So wirkt Saccharin – das älteste Mittel auf dem Markt – circa 500-mal stärker als Haushaltszucker. Neotam bringt es auf das bis zu 13 000-Fache. Die Süssmittel werden oft miteinander kombiniert, unter anderem, um den metallischen Nachgeschmack auszugleichen. Das bekannte Assugrin etwa basiert auf Saccharin und Cyclamat.

Zehn Ersatzstoffe zugelassen

Zehn dieser Ersatzstoffe sind in der Schweiz zugelassen. Abgesehen davon, dass sie praktisch kalorienfrei sind und keine Karies verursachen, bieten sie einen weiteren Vorzug: Sie enthalten meistens weder Frucht- noch Milchzucker. Das ist für jene interessant, die an Fruktose- oder Laktoseintoleranz leiden. Dennoch geraten die Süssmittel immer wieder in die Schlagzeilen. Aspartam und Cyclamat stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Eindeutig nachgewiesen ist dies bislang aber nicht. In der EU gelten die Mittel als gesundheitlich unbedenklich, wenn eine bestimmte Tagesdosis nicht überschritten wird. Sieben Milligramm pro Kilo Körpergewicht sind es beispielsweise bei Cyclamat. Erwachsene können dies in der Regel leichter umsetzen. Kinder hingegen haben den Wert mit entsprechenden Limonaden schnell überschritten. Grundsätzlich sollten Kinder deshalb keine Produkte mit Süssmitteln konsumieren.

Ob die Ersatzstoffe, wie ebenfalls immer wieder diskutiert, Heisshunger-Attacken auf noch mehr Süsses auslösen, auch dafür fehlt bislang der Beweis. Ebenso, ob sie wirklich helfen können, Gewicht zu verlieren und schlanker zu bleiben. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, SGE, sieht im Zuckerersatz kaum eine sinnvolle Alternative. Ihre Empfehlung: Lieber den Zuckerkonsum schrittweise reduzieren.

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3 Kommentare zu “Alternativen zu Zucker: Was ist von Süssmitteln & Co zu halten?

    1. Erythrit ist ein Zuckeralkohol, dass in natürlicher Form z.B. in Birnen oder Trauben vorkommt. Erythrit hat eine geringere Süsskraft als Zucker und ist kalorienfrei. Im Gegensatz zu Cyclamat oder Aspartam steht er nicht unter dem Verdacht krebserregend zu wirken. Erythrit ist sehr verträglich, kann aber in grossen Mengen abführend oder aufblähend wirken. Auch wenn diese Wirkung nicht so stark wie bei anderen Zuckeralkoholen wie Sorbit, ist es empfehlenswert es erst in kleinen Mengen auszuprobieren. So können Sie Geschmack austesten und sicherstellen, dass es keine extreme abführende Wirkung bei Ihnen hat.

  1. In der Tat sind Süssungsmittel an sich eine gute Sache. Eines gilt es dennoch zu bedenken: zunächst einmal signalisieren künstlich gesüsste Nahrungsmittel beim Verzehr dem Gehirn, dass jetzt Zucker kommt (die Geschmacksnerven wissen nicht, dass es eben kein Zucker ist). Daraufhin wird Insulin ausgeschüttet, um diesen „Zucker“ abzubauen. Dass es eben nur ein Zuckeraustauschstoff ist, ändern nichts an der Ausschüttung. Und je nach Menge der konsumierten künstlich gesüssten Nahrungsmittel kann eben diese Dauerausschüttung von Insulin ebenfalls zu Insulinresistenz in den Zellen (=Diabetes) führen. Immerhin: es gibt keinen Hinweis, dass das vielgescholtene Aspartam krebsauslösend sei. Es handelt sich dabei ja – so viel ich weiss – um eine körpereigene Aminosäure. Insofern ist der Genuss künstlicher Süssstoffe wie Aspartam oder Stevia (in der Schweiz leider nicht als Blatt, sondern nur verarbeitet und leicht alkoholisch schmeckend zugelassen) eine gute Alternative…

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