Alternativen zu Zucker
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Alternativen zu Zucker: Was ist von Süssmitteln & Co zu halten?

Zucker hat einen schlechten Ruf. Deshalb suchen Konsumenten oft nach natürlichen Alternativen – oder synthetischen Süssmitteln. Doch was ist von den Alternativen zu halten und wie sieht es mit der Gesundheit aus? Ein Überblick.

Zucker bleibt Zucker, egal aus welcher Quelle er stammt und wie er auf der Lebensmittel-Verpackung bezeichnet wird. Steht hier Saccharose, handelt es sich um weissen Kristallzucker, auch Haushaltszucker genannt. Er wird aus Zuckerrüben oder tropischem Zuckerrohr produziert. Diesen Rohrzucker gibt es auch in brauner Farbe, was ihn entgegen landläufiger Meinung nicht gehaltvoller macht. Er ist nur weniger raffiniert oder mit Zuckersirup, Melasse, eingefärbt. Vollrohrzucker ist unraffiniert. Er hat ernährungsphysiologisch gegenüber weissem Zucker ebenfalls keinen nennenswerten Vorteil. Immerhin gibt es ihn oft mit Bio- und/oder Fairtrade-Label.

Zuckerersatz: das sind beliebte Alternativen

Beliebte Zuckeralternativen sind natürlich süssende Lebensmittel wie Honig, Fruchtdicksäfte oder Sirup, gewonnen zum Beispiel aus Birnen oder Ahorn. Bei ihnen seien immerhin noch wertvolle Mineralstoffe und Vitamine enthalten, lautet das Argument oft. Die Mengen sind aber verschwindend gering. Einen wesentlichen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten auch diese natürlichen Süssmittel nicht. Einen Vorteil bieten sie gegenüber dem neutral schmeckenden Haushaltszucker jedoch. Ihr charakteristisches Eigenaroma lässt sich wie ein Gewürz einsetzen. Nebeneffekt: Gewürze verwendet man sparsam, weil sie sonst eine Speise schnell übertönen. Das kann helfen, sich an weniger Süsse zu gewöhnen. Vollrohrzucker ist mit seinem karamellartigen Geschmack ebenfalls geeignet, Kuchen oder Desserts eine besondere Note zu geben.

Stevia: im grossen Stil industriell hergestellt

Ein ganz eigenes Aroma hat auch Stevia, aber eines, das nicht jedem schmeckt. Es ist lakritzartig und leicht bitter. Der aus Stevia-Pflanzen gewonnene Süssstoff Steviolglycosid ersetzt deshalb nicht immer die gesamte Zuckermenge eines Produkts. Der Süssstoff wird im grossen Stil industriell hergestellt – um eine natürliche Alternative, wie die Werbung oft weismachen will, handelt es sich keineswegs. Dafür müsste man die Blätter der Stevia-Pflanze verwenden. Weil bislang nicht geklärt ist, ob diese gesundheitlich unbedenklich sind, werden sie heute nur in sehr kleinen Mengen Tees beigemischt.

Viele Produkte enthalten Süssmittel

Die Ersatzstoffe für Zucker stammen aus natürlichen oder synthetischen Quellen und haben teils enorme Süsskraft. Deshalb finden wir sie oft in Bonbons, Backwaren, Kaugummis, Desserts oder Getränken. So wirkt Saccharin – das älteste Mittel auf dem Markt – circa 500-mal stärker als Haushaltszucker. Neotam bringt es auf das bis zu 13 000-Fache. Die Süssmittel werden oft miteinander kombiniert, unter anderem, um den metallischen Nachgeschmack auszugleichen. Das bekannte Assugrin etwa basiert auf Saccharin und Cyclamat.

Zehn Ersatzstoffe zugelassen

Zehn dieser Ersatzstoffe sind in der Schweiz zugelassen. Abgesehen davon, dass sie praktisch kalorienfrei sind und keine Karies verursachen, bieten sie einen weiteren Vorzug: Sie enthalten meistens weder Frucht- noch Milchzucker. Das ist für jene interessant, die an Fruktose- oder Laktoseintoleranz leiden. Dennoch geraten die Süssmittel immer wieder in die Schlagzeilen. Aspartam und Cyclamat stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Eindeutig nachgewiesen ist dies bislang aber nicht. In der EU gelten die Mittel als gesundheitlich unbedenklich, wenn eine bestimmte Tagesdosis nicht überschritten wird. Sieben Milligramm pro Kilo Körpergewicht sind es beispielsweise bei Cyclamat. Erwachsene können dies in der Regel leichter umsetzen. Kinder hingegen haben den Wert mit entsprechenden Limonaden schnell überschritten. Grundsätzlich sollten Kinder deshalb keine Produkte mit Süssmitteln konsumieren.

Ob die Ersatzstoffe, wie ebenfalls immer wieder diskutiert, Heisshunger-Attacken auf noch mehr Süsses auslösen, auch dafür fehlt bislang der Beweis. Ebenso, ob sie wirklich helfen können, Gewicht zu verlieren und schlanker zu bleiben. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, SGE, sieht im Zuckerersatz kaum eine sinnvolle Alternative. Ihre Empfehlung: Lieber den Zuckerkonsum schrittweise reduzieren.

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