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Wegen Höhenangst aufs Wandern verzichten?

Wer Angst vor Abgründen hat, verzichtet oft auf traumhaft schöne Bergwanderungen. Das muss nicht sein.

Während Unerschrockene auf Aussichtsplattformen klettern, sich auf steile Wanderungen begeben und in Seilparks vergnügen, ziehen Menschen mit Höhenangst festen Boden unter den Füssen vor. Die Vermeidungsstrategie ist weit verbreitet unter Höhenphobikern. Das ist verständlich, denn wer sich vor Abgründen fürchtet, kriegt unter Umständen schon auf den unteren Stufen einer Leiter schweissnasse Hände, Herzrasen und zittrige Beine. Beim Wandern beschränken sie sich auf Wege, die vornehmlich flach oder leicht geneigt und somit als T1 klassifiziert sind. An T3-Wege, also solche mit ausgesetzten Stellen, die je nachdem mit Seilen oder Ketten gesichert sind, wagen sie nicht einmal zu denken.

Irrationale Angst

Respekt vor steil abfallenden Hängen ist absolut angebracht. Die Höhenangst aber steht in keinem Verhältnis zur  tatsächlichen Gefahr und schränkt die Betroffenen darum unnötig ein. Wie bei vielen anderen Phobien auch ist die Exposition das Gegenmittel, das am meisten Erfolg verspricht: Wer sich der Angst stellt und sich entsprechenden Situationen aussetzt, wird merken, dass die Panikattacken nachlassen und schliesslich ganz ausbleiben. Je nach Ausprägung der Angst werden die Betroffenen in der Expositionstherapie zuerst in der eigenen Vorstellung oder über Bilder mit den Abgründen konfrontiert, bevor sie sich Schritt für Schritt realen Situationen aussetzen.

Höhenschwindel macht Sinn

Die Höhenangst ist nicht zu verwechseln mit dem Höhenschwindel, welcher der Höhenangst vorausgeht. Höhenschwindel ist eine normale körperliche Reaktion und entsteht, wenn das nächste sichtbare feste Objekt für die Augen zu weit entfernt ist. Um diese eingeschränkte Wahrnehmung zu beheben und das Objekt räumlich erfassen zu können, versucht der Körper durch Schwanken seine Lage zu stabilisieren. An einer exponierten Stelle kann dieses Schwanken tatsächlich erhöhte Sturzgefahr bedeuten. Die Höhenangst aber befällt die Betroffenen, selbst wenn keinerlei Gefahr besteht. Der erste Ansprechpartner für Menschen mit Höhenangst ist der Arzt – in seltenen Fällen können auch organische Ursachen der Grund sein.

Wanderwege für jeden Schwierigkeitsgrad

In der Schweiz sind Wanderwege (gelb), Bergwanderwege (rot-weiss) und Alpinwanderwege (blau-weiss) anhand der Farbe auf den Hinweisschildern erkennbar. Von den Schwierigkeitsgraden her wird zwischen T1 (Wandern) und T6 (schwieriges Alpinwandern) unterschieden. Die genauen Merkmale der Klassifizierungen sind beim SAC abrufbar

» www.sac-cas.ch/unterwegs/schwierigkeitsskalen

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