Training bei Erkältung

Training bei Erkältung: Geht das gut?

Regelmässiger Sport stärkt das Immunsystem, vorausgesetzt dass Intensität und Dauer richtig dosiert werden. Aber was passiert, wenn man bereits angeschlagen ist, eine Erkältung ausbricht oder sogar Fieber auftritt? In diesem Fall sollte man auf das Training verzichten und sich eine grosse Portion Schlaf und viel Ruhe gönnen.

Sport trotz Erkältung: Warum ist Vorsicht geboten

Wer mit einer Erkältung Sport treibt, der stresst sein Immunsystem gleich doppelt. Sowohl die Erreger im Körper als auch die sportliche Belastung hindern das Immunsystem daran, Viren und Bakterien schnell und erfolgreich zu bekämpfen. Vorsicht geboten ist vor allem dann, wenn zusätzlich Fieber auftritt. Durch intensive körperliche Bewegung, wie zum Beispiel einer langen Jogging-Einheit, können die Viren durch den Körper wandern. Im schlimmsten Fall können sie sogar auf das Herz gehen und lebensbedrohliche Herzmuskelentzündungen verursachen. Deshalb gilt bei Erkältung und Fieber Trainingsverbot.

Die richtige Bewegung während der Erkältung

Bei einem leichten Schnupfen oder Kopfschmerzen ist ein Spaziergang an der frischen Luft für Körper und Seele eine Wohltat und regt das Herz-Kreislaufsystem an. Wegen der Vitamin-D-Zufuhr findet der Spaziergang idealerweise bei Tageslicht und noch besser bei Sonnenschein statt. Empfehlenswert bei einer leichten Erkältung sind ausserdem Stretching und/oder das Faszientraining.

Wann darf das Training wieder starten

  • Nach leichten Erkältungen kann das Training wieder aufgenommen werden, sobald die Symptome abgeklungen sind.
  • Nach Krankheiten und Infekten mit Fieber sollte man mindestens zwei Tage ohne Medikamente fieberfrei sein. Idealerweise wird eine Woche Pause eingelegt.

Einsteigen sollte man mit einem lockeren Training, das die Grundlagenausdauer fördert. Das Training sollte Schritt für Schritt bis zum gewohnten Level gesteigert und wenn möglich mit einem Pulsmesser überwacht werden.

Am wichtigsten ist: auf den eigenen Körper hören und auf Signale wie Erschöpfung, Stress oder erhöhten Ruhepuls achten. Der Körper weiss, was ihm gut tut!

Vorsicht im Winter: Kennen Sie den «Open-Window-Effekt»

Besonders intensiv trainierende Sportler weisen 3 bis 24 Stunden nach starker, körperlicher Beanspruchung ein höheres Risiko für Infektionskrankheiten auf. Weil das Immunsystem durch die hohe Belastung in dieser Zeit geschwächt ist, bietet ihr Körper für Bakterien und Viren ein sogenanntes ‚offenes Fenster‘. Das kommt daher, dass der Körper nach intensivem Training physischen Stress erlebt. Die Stresshormone bremsen die Immunabwehr.Der Open-Window-Effekt kann zu jeder Jahreszeit auftreten. Allerdings ist der Körper im Winter anfälliger für Erkrankungen als während den warmen Jahreszeiten. An den kurzen Wintertagen bekommt er weniger Licht und so auch wenig Vitamin D.





Quellen:
American Heart Association, Inc , Presentation, Patterns of Myocardial Damage, and Clinical Course of Viral Myocarditis
Zeitschrift Sportmedizin,
Hansel J, Burgstahler C, Nieß AM. Diagnostische und therapeutische Pfade bei Sportlern mit Verdacht auf Myokarditis – eine Registerstudie. Jahrgang 65, Nr. 2 (2014),
Training trotz Schnupfen oder gerade deswegen?
von Christoph Eifler: Fachbereichsleiter Fitness der BSA-Akademie

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