Plogging: wo sich Lauftraining und Umweltschutz verbinden
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Plogging: wo sich Lauftraining und Umweltschutz verbinden

Plogging? Was klingt wie ein Begriff aus der Online-Welt, ist in Wahrheit der neuste Lauftrend aus Schweden. Joggen, bücken, Abfall auflesen. In einer Zeit, in der wir laufend über zugemüllte Weltmeere und Plastikverschmutzung lesen, stösst dieses ökologische Intervalltraining auf grosses Interesse.

Wer gerne joggt, macht das am liebsten draussen. Und wer gerne draussen ist, möchte die Natur möglichst sauber auffinden. Die Realität sieht leider oftmals anders aus. Genau dieser Thematik hat sich der Schwede Erik Ahlström, der Erfinder von Plogging, angenommen. Zusammengesetzt aus dem schwedischen Wort «plocka» (aufsammeln) und «Jogging», verbindet er das Angenehme mit dem Nützlichen. Oder besser gesagt, Sport treiben und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Kosten für die Müllentsorgung steigen jährlich an

Auch wenn in der Schweiz vergleichsweise wenig Abfall herum liegt, empfindet ihn die Mehrheit als störend. Das sogenannte «Littering» bezeichnet das achtlose fallen und liegen lassen von Abfall im öffentlichen Raum, ohne die dafür vorgesehenen Abfalleimer zu benutzen. Littering schadet dabei nicht nur der Umwelt, sondern verursacht auch hohe Kosten. Laut dem Bundesamt für Umwelt belaufen sich die jährlichen Reinigungskosten auf ca. CHF 200 Millionen. Zusätzlich fallen Kosten für Prävention und Aufklärung an.

Die Ursachen für Littering sind vielseitig. Unsere Aktivitäten, aber auch unser Konsumverhalten haben sich vermehrt nach draussen verlagert. Mittagessen im Park, mit Freunden am See etwas trinken ¬– auch Gratiszeitungen, die im Tram liegen gelassen werden, tragen ihren Anteil dazu bei. Die Hauptursache liegt jedoch im Verhalten des Menschen. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein über die negativen Konsequenzen von Littering in der Bevölkerung zu stärken.

Kehrichtsack zur Hand und los

Plogging löst zwar das Littering Problem nicht, ist aber eine spielerische Sensibilisierungsmassnahme zum Umweltschutz. In Schweden haben im vergangenen Jahr bereits über 80 Events stattgefunden. Mittlerweile bilden sich unter dem Hashtag #plogging weltweit Laufgruppen. Das Phänomen schwappt von Deutschland, langsam auch in die Schweiz über. 2018 fand erstmals in Zürich ein Plogging-Event statt. Wer nicht auf solch einen Event warten will, muss das zum Glück nicht. Denn Ploggen kann jeder. Dafür reichen Jogging-Schuhe, ein leerer Kehrichtsack, Handschuhe und grössere Abfalleimer.

Übrigens wirkt sich Plogging nicht nur positiv auf die Umwelt aus. Durch das Bücken nach Dosen, Plastik oder sonstigem Abfall bringen wir auch gleich noch unsere Rumpfmuskulatur in Bewegung. Denn sie hat normalerweise beim Lauftraining Pause.

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