(Erik Isakson / Gettyimages)

Joggen oder Walken?

Ob denn nun das Joggen oder doch eher das Walken gesünder ist, darüber entspinnen sich mitunter heftige Diskussionen. Eine Studie zeigt: Beides hilft gleichermassen.

Die einen rennen schweissgebadet durch die Landschaft. Die anderen lassen es gemächlicher angehen und drehen (mit oder ohne Stöcke) ihre Walking-Runden. Wer nun glaubt, entweder das eine oder andere sei mit Sicherheit gesünder, liegt falsch. Dies zeigt eine Studie des Lawrence Berkeley National Laboratory in den USA. Für die Studie haben die beiden Forscher Paul T. Williams und Paul D. Thompson zwei Erhebungen mit rund 30 000 Läufern und 16 000 Walkern ausgewertet. Das Forscherteam wollte wissen, inwiefern sich Joggen und Walken positiv auf die Gesundheit auswirken. Insbesondere sollte die Frage geklärt werden, ob Jogging und Walking einen positiven Einfluss auf Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes, einen zu hohen Cholesterinspiegel oder koronare Herzkrankheiten haben.

Resultat überrascht

Das Überraschende gleich vorweg: Die Unterschiede zwischen den beiden Sportarten sind gering. Allerdings gilt dies gemäss Studie nur, wenn Jogger und Walker die gleiche Anzahl Kalorien verbrennen. Das heisst, dass sich Walkerinnen und Walker viel länger bewegen müssen, um den gleichen Gesundheitseffekt wie Jogger erzielen zu können, die aufgrund des höheren Tempos mehr Kalorien verbrennen. Ist dies der Fall, senken walkende Menschen ihr Risiko für die oben erwähnten Krankheiten gar stärker als jemand, der joggend unterwegs ist. Da aber Jogger meistens länger und vor allem intensiver unterwegs sind, stehen sie letztlich bezüglich Gesundheit doch wieder etwas besser da als Walker.

Bereits wenig genügt

Damit könnte die Jogging-Walking-Diskussion in eine weitere Runde gehen. Deshalb sei an dieser Stelle noch eine 2012 publizierte Studie aus Taiwan erwähnt, an der rund 400 000 Personen teilnahmen. Sie zeigt, dass bereits eine geringe sportliche Betätigung – täglich 15 Minuten – das Sterblichkeitsrisiko gegenüber unsportlichen Menschen um 14 Prozent senken kann. Die Minimal-Sportlichen haben also dank der täglichen 15 Minuten bereits eine um drei Jahre höhere Lebenserwartung als die Unsportlichen. Und mit jeder weiteren Viertelstunde, die hinzukommt, sinkt das Mortalitätsrisiko weiter. Ausserdem wird gemäss den Studienverfassern auch das Krebsrisiko vermindert. Letztlich geht es also nicht darum, ob man joggt, walkt, Rad fährt oder schwimmt, sondern darum, dass man überhaupt ein bisschen Sport treibt – das dafür regelmässig.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*